20-06-13-CoTaBu- Müßiggang in Reinform und ein blitzblankes Heim

Das Ereignis des Tages bei herrlichster Witterung war Ursula, die morgen wieder abfährt. Es glänzt und blitzt hocherfreulich wie feiertags. Während sie wischte, saugte und abstaubte habe ich geräumt und gewurstelt.

Taubenkacke auf dem Balkon mit dem Schaber gekratzt. Später draußen gelesen bis es zu heiß wurde, damit die Mistviecher sehen, dass das mein Zuhause ist, nicht ihres. Sensationelle Prosa von Flannery o`Connor nach Thomas` Empfehlung. Amerikanisches Creative Writing – shortstories – in Höchstform. Wenn jemand diese Kunst beherrscht…Was Thomas liest, lese ich auch. Auch er liest, was ich ihm gebe.

Danach vor lauter langer Weile die Yogamatte ausgerollt und eine halbe Stunde mehr schlecht als recht die verkürzten Sehnen gedehnt. Viel geht nicht, auch wegen der Hand, die dick und blau ist. Dann Coronatebücher ausgedruckt. Ich klebe sie regelmäßig in mein edles Feiertagsbuch ein. Auch kurze Passagen aus den Lektüren der letztes Zeit in das dafür reservierte Buch mit Notiz, wann gelesen und warum. Jetzt kommt mein Haikuheft dran; es ist petrolgrün. Um es von anderer Posie zu unterscheiden habe ich es mit einer Borte aus roten Füchsen verziert, als schlichen sie um eine Wiese. Im PC ist alles aufgeräumt, aber aus Augen und Sinn.

Von euch habe ich schon viel gelernt. So habe auch ich heute dicke Wintermäntel, Schals und Kleider in einem Koffer auf den Speicher gebracht, dazu Weniges, das hier gestört hat. Jetzt kann ich mich oben wieder nicht mehr rühren.

Heute habe ich unendlich Zeit. Michael hat zwei Freunde getroffen; ich konnte mich – wie immer – nicht durchringen. Da sonst niemand nach mir fragt bin ich frei wie ein Vogel, der Nestpflege macht. – Jetzt fragt er doch und holt mich ab zum Waldbaden.

Die Stube bestellt – Zeit, Zeit, Zeit ohne Ende. – Und die Sonne lacht.

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3 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Das ist genau umgekehrt bei mir. Im Computer und auch in den Ordnern keinerlei Ordnung und Struktur. Ich weiß gar nicht, wie man das angeht, kein System.

  2. Renate sagt:

    Coronatagebücher ausdrucken, gute Idee.

    Du meinst schon die aus unserem Blog?

    • Heike sagt:

      Jaja, die. Sie werden unser wichtigstes persönliches Dokument dieses Jahres sein, hoffentlich nicht einer neuen Zeit. Der Fingerabdruck, unverwechselbar, aber eben auch nicht rein monologisch. Tetralogisch, falls es das Wort gibt. Ich drucke eure Kommentare nicht aus, aber eure Texte und auch Kommentare inspirieren mich kontinuierlich und ihr findet euch z.B. in meinem Tagebüchern wieder.

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