Ein Albtraum in der Früh
Es war nicht zu verhindern. Ich fuhr auf der Straße, wollte weiter vorne an der Ampel links abbiegen, rechts neben mir fast stehender Verkehr, links fuhr der Bus langsam auf die Haltestelle zu, als es laut knallte. Sirena neben mir rief „um Gottes Willen!“, stürzte aus dem Auto und zu dem jungen Mann hin, der am Boden lag. Sein Rucksack und eine große schwarze Rolle lagen auf der Straße neben ihm. Ein anderer Autofahrer hielt hinter uns, stieg aus seinem Auto aus und wollte helfen. Ich stand mit den Dreien da, der Student , kreidebleich im Gesicht, wollte gleich mit dem nächsten Bus weiter, aber Sirena handelte beherzt, tauschte Adressen mit dem Zeugen aus und beharrte darauf, dass wir den jungen Mann ins Krankenhaus bringen. Rotkreuzkrankenhaus. Sirena begleitete ihn zur Notaufnahme, berichtete dort, dass es ein heftiger Unfall gewesen ist. Im Auto hatten wir bereits Kontaktdaten ausgetauscht. Er hieß Jens, 27 Jahre alt. Am Nachmittag meldete er sich bei mir: Es sei alles gut! Er sei gründlich untersucht worden, aber außer ein paar blauen Flecken am Arm habe er keine Verletzungen.
So ein Glück, so ein Aufatmen! In der Zwischenzeit hatte ich dauernd an Liam gedacht, den Neffen meiner Nachbarin , der in einer vergleichbaren Situation gestorben ist.Auch da war es der Bus, den er erreichen wollte und nur der Spiegel, der beim Aufprall kaputt gegangen ist. Vielleicht war es gut, dass ich nicht sehr schnell gefahren war, denn Jens war wie ein gespitzter Pfeil in Richtung Bus gestürmt. Mein Außenspiegel ist kaputt, die Tür hat auch eine Delle. Alles Blech. Hauptsache, er lebt und es geht ihm einigermaßen gut. Morgen Abend wollen wir noch einmal telefonieren.
Was für ein Schock!
Gott sei Dank!
Ist der junge Mann vor dein Auto gerannt? Den Unfallhergang versteh ich nicht. Zum Glück geht es ihm gut. Gut, dass Sirena auch da war.