20-06-25-CoTaBu- Zwei Träume Schleißheimerstraße – Waldfriedhof

7:30. Zerschlagen aufgewacht. Erster Blick zum Balkon. So verkackt war er noch nie. Himmel weich pastellig bewölkt. Zwei Träume. Traum 2: Wohnung Schleißheimer Straße, wie immer unrechtmäßig eingedrungen; zum wiederholten Mal – so steil, so eng der Aufgang, kaum zu schaffen, hoch zu kommen; nicht die „meine“ von damals; neuerdings träume ich eine Etage und einen Riesenhochbetteinbau dazu. Dr. Hübner-Schmalbrock rät ab. So versüfft und primitiv (aber billig) wie die damalige. Um 3:10 aufgewacht, Traum 1 aufgeschrieben: Ich komme massiv zu spät zu meinem Workshop, den ich (eigentlich erst) am kommenden Samstag bei Dasein halte. Die Frauen kommen mir schon entgegen und vom Kaffeetrinken zurück. Soviele! Ich konnte den Schlüssel nicht holen, der Raum ist eine Tiefgarage – jetzt wird mir erst bewusst!! – auch unter der ehemaligen Wohnung in der Schleißheimerstraße, Tische zusammen gestellt, niedrig wie im Kindergarten (wie soll ich da schreiben?); ich habe Bine gebeten, eine Notlüge zu bestätigen, aber keine Zeit, was Brauchbares abzusprechen. Mindestabstand unmöglich einzuhalten, am Fenster schreiben geht nicht, da ist kein Fenster. Viel zu wenig Platz für viel zu Viele! Ich habe meine Vorbereitungsunterlagen nicht dabei, so überstürzt wie ich gekommen bin, überlege während der Begrüßung fieberhaft, womit ich anfange.

21:15. Ich komme von Kartoffel-Vogerlsalat und Wiener Backhendl aus Michaels Garten. Hmhmh! Ich hatte angerufen, als ich am Waldfriedhof in den Bus zurück zum Hospiz gestiegen bin, um dort mein Fahrrad zu holen. Der Kreis war doch kleiner. Eine hatte sich beim Treffpunkt vertan – mailte einstweilen reumütig. Eine hat es in der Hüfte; bei Frau Holle war es der Enkel. Wir waren zu sechst zweieinhalb Stunden unterwegs; schöne Texte, Gespräche, Rituale, Barfußweg schweigend, räuchernd; bewegt und erfüllt. Abstände mehrfach vergessen.

Heute noch drei Haiku einreichen, müde, lustlos wie ich bin! Irgendwas geht immer.

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2 Kommentare

  1. Renate sagt:

    Dein erster Friedhofgang mit Angehörigen. Eine schöne Idee, statt die immer gleichen Gedenkgottesdienste. Dein Taubenproblem zu lösen ist schwierig, vielleicht doch ein zartes Netz.

  2. Beate sagt:

    Die Taubenplage ist ja unerträglich! Vielleicht schläfst Du auch deshalb schlecht, weil Du dauernd vor ihnen auf der Hut sein musst… Dein Traum von der Schleißheimer Strasse: ich kann mich noch gut erinnern, als ich dich damals besucht habe. Heike hatte stets eine Aura von Romantik, von etwas Besonderem für mich.

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