20-06-26-CoTaBu-Gesprächstherapie für Lungenarzt – trübe Aussicht auf morgen

Heute früh war ich beim Lungenfacharzt meines Vertrauens in Gauting, um dort zwei Minuten über meine Lunge, einige über Corona und und eine geschlagene dreiviertel Stunde über sein Leben zu sprechen, bis seine Helferinnen unruhig wurden. Ich stand bereits und er war immer noch bei seinen Eltern, der Tochter, den Miseren seines Lebens. Es war zum Brüllen, er hat Witz und Charme; zum Teil aber wusste ich nicht, welchem Umstand ich sein Vertrauen verdankte, unbehaglich auch im Wissen, dass nach mir Leute warteten. Ich wäre auch gern nochmal auf meine Lunge zu sprechen gekommen… Er war mal mit einer Firmgruppe im Hospiz, daher war ich für ihn die Expertin für Menschen, die sich jeder Vorsorge verweigern und für Familientragödien.

Auf dem Rückweg bei Dasein den Raum für den morgigen Workshop gesichtet, hergerichtet und den Schlüssel bekommen. Mich traf der Schlag. Der Raum für elf Frauen deutlich kleiner als unser Gruppenraum (in dem ich derzeit mit allenfalls fünf Menschen zusammensitze). Ich habe die Stühle gestellt, 1,5m gibt der Raum nicht her. Nicht genug Tische. Mein Albtraum war nicht verkehrt, nur dass es keine Tiefgarage ist. Man muss das Fenster offen lassen, von draußen ohrenbetäubender Lärm von der Karlstraße. Ich bin ratlos und beunruhigt. Ich hatte von fünf Personen gesprochen, aber sie haben nicht früh genug Aufnahmestopp gemacht, es waren innerhalb eines Tages 16 Anmeldungen. Wie soll das gutgehen? Abgesehen von dem Risiko frage ich mich, wer trägt die Verantwortung? Dass der Raum viel zu klein ist, dafür braucht man kein Metermaß. Auch lieb- und schmucklos. Hätte ich das gewusst, ich hätte ins Hospiz einladen können. Abends noch ein paar Accessoires von dort geholt, lustlos auf schweren Beinen eine kleine Runde mit Michael gedreht. Heute schlafe ich bestimmt schlecht.

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2 Kommentare

  1. Renate sagt:

    Ist das ein Vertrauensbeweis?

    Bei Da-sein in einem zu kleinen Raum finde ich kritisch. 10 Personen dürfen sich treffen, mit Abstand.

  2. Ines sagt:

    Wenn man diesen Beitrag liest und weiß, wie toll der Workshop ausgegangen ist, kann man es kaum glauben.

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