20-07-20-CoTaBu-Betrachtungen zu Schicksal – Coronakonflikte
Heute wollte Beate schreiben, auf keinem Kanal ist was gekommen, das macht mich jetzt doch sehr unruhig. Ich wusste nicht, wie ich eine Whatsapp allein an sie schreibe und habe unsere Gruppe genommen. – Tage verstreichen immer schneller. Menschen, die ihr Schicksal annehmen und damit „vorbildlich“ sind, andere gefangen in Misstrauen, Ärgernissen und Sorgen. Immer fällt mir der Begriff der Gnade ein, ein spiritueller Begriff. Nichts ist Verdienst. Wer sein Schicksal meistert, annimmt, sich dankbar erweist, niemandem zur Last fällt bekommt dafür Lob und Anerkennung. In Summe macht auch das eitel. Heute war Cornelia da, die derzeit mit Brustkrebs kämpft bzw. mit Behandlungen, um die sich alles dreht. Sie bemüht sich, kann sich aber nicht damit identifizieren, dass es sie getroffen hat. Sie – die immer voller Power und Tatendrang ist – hat sich noch nie mit dem Gefühl von Schwäche und Ohnmacht auseinander gesetzt. Wie wir selber reagieren würden, das wissen wir nicht. Mich fiel im Zusammenhang mit Beates übermächtiger, furchtbarer Sorge die Erinnerung an, wie Peter nach Simons Geburt – als sein Leben schonmal am seidenen Faden hing und ich frisch geschnitten, gerissen und genäht mit Hormonsturz immer nur weinend neben dem Brutkasten saß, Tag und Nacht, sagte: so geht das nicht. Und dann konnte ich sehen, wie er das machte; mit Simon sprechen und ihn gleichsam ins Leben rufen. Er hat mir gezeigt, wie er ihn einlud, zu bleiben.
Im Hospiz kamen heute unverhohlen schwelende Konflikte zutage: wieviel Abstand, Maske usw. Eine sagte nachher zu mir: Corona spaltet das Team.
Diese Liebe, mit der Peter Simon begegnet ist, als er so klein und so gefährdet war und auch später, berührt mich tief. So viel Verbundenheit, so viel Wärme