Ein ganzer Tag mit Mutter und Schwester
Ich liege schon im Bett nach einem langen, aber sehr schönen Tag mit meiner Mutter und meiner Schwester. Meinem Vater haben wir Schwestern frei gegeben und uns den ganzen Tag um unsere Mama gekümmert und es uns dabei möglichst schön gemacht. Das Highlight war ein Spaziergang mit dem Rollstuhl in der Siedlung und danach ein Weilchen im Garten sitzen bei Sonnenschein. Ich hab mittags wieder gekocht, zwischendurch mit Mama die Logopädie-Übungen gemacht. Meine Schwester macht dort immer die Wäsche. Sie ist unglaublich patent, sehr selbstsicher in allem, insbesondere beim Umsetzen der Mama vom Sessel in den Rollstuhl oder auf die Toilette, da hat sie Erfahrung und macht das echt gut. Alleine wäre ich überfordert gewesen. Meine Mutter war vergleichsweise fit, hat deutlicher gesprochen und ist keinmal eingenickt. Als mein Vater abends nach Hause kam, hat er drei gut gestimmte Frauen in heiterer Atmosphäre vorgefunden. Aber jetzt bin ich ganz schön platt. Das Paradoxe an der Pflege ist, dass man eigentlich nicht viel macht, aber durchgehend bereit sein muss, zu helfen. Man kommt zu nichts Eigenem, fragt sich: was war jetzt eigentlich so anstrengend, dass ich so kaputt bin. Zudem kommt der psychische Stress. Morgen fahr ich heim nach München und dann gleich weiter zum Schliersee. Freu mich darauf.
Wie schade für deine Familie, dass du nicht noch bleiben kannst. Gerade, wo es auch gestern wieder so schön war! Bei der Sicherheit deiner Schwester und der Unsicherheit bei dir bin ich sehr an unsere Mutter und auch unseren Vater erinnert, zu denen Bine in großen Abständen kam, während es bei mir Alltag war. Erfüllend habe ich es allemal in Erinnerung, so kann ich eure fröhliche Stimmung sehr mitempfinden.
Bei uns ist es ähnlich. Meine Schwester ist auch sehr souverän im Umgang mit Mama, wenn es z.B. um das duschen geht. Ich habe das noch nie gemacht. Schöne Zeit am Schliersee.
ich habe keine Schwester. das ist sehr schade. Bei der Pflege meiner Eltern stand ich mit der Verantwortung, Freude und Leid allein da.