Subjektiver Stress und Mama Afrika

Im Moment fühle ich sowohl beruflich als auch privat ständig gestresst, ohne dass ich wirklich Stress habe. Dass ich unser Schreibgruppentreffen nicht im Kalender notiert hatte, hat auch Stress ausgelöst. So etwas passiert mir sonst eigentlich nicht. Leider hängt an dem anderen Termin zu viel dran, als dass ich den absagen könnte. Das tut mir jetzt echt noch Leid. Ich hab in letzter Zeit das Bedürfnis nach mehr Zeit für mich und  danach, eher keine Menschen treffen. Es waren in letzter Zeit aber auch viele Verabredungen, die während der Corona-Hochzeit pausierten und jetzt quasi nachgeholt werden. Hinzu kommt das Zusammenleben mit Huber und auch mit Luisa, was ich zwar schön finde, was aber bedeutet, dass ich weniger Zeit für mich alleine habe. Gestern waren wir im Biergarten mit Huberts älterem Cousin und seiner Frau. So schön der Biergarten auch ist, so sehr langweilen mich die Gespräche und ich wünsche mir bald, wieder Zeit für mich zu haben. Dieser Cousin ist allerdings auch wirklich extrem, da er immer ausgiebig und in epischer Breite von Urlaubserlebnissen erzählt, die mitunter schon 20 Jahre zurück liegen. Oder er redet über irgendwelche Kinofilme, die er gut fand oder über Wein. Gleichzeitig ist er nicht interessiert an dem, was andere sagen. Hubert war es auch zu einseitig und oberflächlich. Weil er nicht viele Verwandte hat, ist ihm der Kontakt aber wichtig und so treffen wir uns ab und zu. In der Arbeit habe ich immer wieder und auch gestern und heute afrikanische Familien gehabt, die seit ca 3 Jahren in Deutschland als Asylbewerber leben. Ich komme nicht gut mit der Art der Mütter zurecht. Oft sind sie traumatisiert und haben Furchtbares erlebt. Dann kommt noch die kulturelle Verschiedenheit dazu. Jedenfalls sitzen die regelmäßig total teilnahmslos und abweisend mit ihren Kindern bei mir und ich komme überhaupt nicht an sie ran. Meist sind sie vom Jugendamt oder anderen Einrichtungen geschickt und haben kein eigenes Interesse, ihr Kind hier vorzustellen. Deutsch können die Wenigsten und das afrikanische Englisch kann ich nicht gut verstehen, zumal es durch die Mund-Nasen-Bedeckung noch undeutlicher für mich ist. Jedenfalls sind die Kinder oft ganz süß, oft sehr lebhaft und sehr bedürftig. Die Mütter sind nicht liebevoll, sondern eher ruppig und unfreundlich zu den Kindern. Das sind echt sehr unbefriedigende Termine und man erreicht auch nicht viel. Die Mütter bekommen meist ein Kind nach dem anderen, die Vater gehen arbeiten und integrieren sich besser. Die Mütter versorgen die Kinder und bleiben völlig abhängig vom Mann und sind unglücklich in einer Kultur und in einem Sprachraum, der ihnen so unbekannt ist.

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2 Antworten

  1. Heike sagt:

    Was du schilderst ist mit ein Grund, warum ich keine gute Ehefrau im gemeinsamen Haushalt wäre. Niemals würde ich das wollen, paarweise Kontakte „mitnehmen“ zu müssen. Das wäre der erste Punkt im Ehevertrag. Da ist man dann nie mehr allein und wird unausstehlich. – Die afrikanischen Mütter fallen mir leider genau durch das auf, was du schreibst. Reagieren gar nicht auf ihre Kinder und wenn, dann in bellendem Tonfall. Die Kinder sind vollkommener Gleichgültigkeit ausgesetzt, so empfinde ich das auch. Ich frage mich regelmäßig, wie und ob sie dann im Kindergarten auffallen und doch sicher nur das reproduzieren, was sie am eigenen Leib erfahren. Null Resonanz. Da ist ein „Arbeiten dran“ überhaupt nicht möglich.

  2. Beate sagt:

    als ich in der WhatsApp gelesen habe, dass Du nicht kommen kannst, fand ich es erst einmal sehr, sehr schade. Und nun schreibst Du, dass Du viel mehr Zeit für Dich allein bräuchtest. ich wünsche Dir so sehr, dass Ihr da bald eine Balance findet zwischen gesellschaftlichem Leben und Rückzug. Das ist wohl für uns alle immer wieder eine große Herausforderung.

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