20-08-10-CoTaBu-Alles zuviel heute- unlösbar seelisches Leid – vorweggenommene Trauer

Gestern war ich sattgeschrieben. Ich würde sehr gern noch viele von den Märchen kennenlernen, die gestern nicht drankamen.  — Heute mit Michael bereits um 7:15 zum See gestartet, um dann pünktlich ins Hospiz zu kommen. Großartiger Start in den Tag. — Die Thematiken erinnern derzeit an Beratungsstellenzeiten. Ein junger Vater, der seinen Sohn seit 15 Monaten nicht sieht; Rechtsstreit, Anwälte, Familiengericht; Inobhutnahme; Verfahrenspfleger, Jugendamt und das Dilemma, wenn man nur eine Seite hört im Wissen, dass das nicht alles sein kann. Meinerseits mal wieder V.a. auf eine psychisch kranke Mutter, die sich an nichts hält, zwar Bußgelder bekommt, Mahnungen, Verwarnungen, bereits den oder die fünfte Anwältin eingesetzt hat; der aber keiner was kann, weil sie einfach macht, was sie will. Sagt der Mann. – Eine Ehefrau, zur Betreuerin bestellt, will den Zutritt für die wichtigen Freunde verwehren, sie sich im Gegensatz zu ihr kümmern. Einer meiner „Lieblingsärzte“ aus einem SAPV-Team wird die Stelle verlassen, so traurig. „Mein“ Patient, mit dem ich ab heute literarisch für schöne Worte und sein „rotes Büchlein“ verabredet war: verstorben übers WE. Zwischen alledem Blitzbesuch eines Ehrenamtlers, der „mich nur ganz kurz zwischendurch“ sprechen will, um mir seine verheerende Diagnose mitzuteilen. Ein Anflug heftiger Trauer steht im Raum. Was für ein Tag. Ich bin kaputt. Morgen Früh will ich als erstes wieder eintauchen. Abends sind es jetzt schrecklich viele Leute. Früh waren wir fast allein. Ich versuche, diesen Wahnsinnsmüll nicht zu sehen. Bin ich sensibilisiert durch Renate und den SZ-Artikel?

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Eine Antwort

  1. Ines sagt:

    Ach Mensch! Ich hatte den Mann mit dem roten Büchlein vor mir gesehen, wie er vom Fenster aus mit dir spricht. Und dann so viele schwere Themen. Das frühmorgendliche Schwimmen beachtlich und wertvoll. Ich könnte mich dazu nicht aufraffen.

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