Turbogang und Stille
Heute ist der Himmel bewölkt und es hat abgekühlt. Lange geschlafen, ausführlich gefrühstückt, eingekauft. Heute ist mal wieder ein ruhiger Tag geplant, nachdem wir uns gestern den ganzen Tag E-Bikes ausgeliehen haben und eine wirklich hinreißende Tour gefahren sind. Ich liebe den Turbo Gang bergauf, mit dem man die allersportlichsten Mozntainbiker locker am Berg überholt ohne sich groß anzustrengen. Natürlich erntet man auch verachtende Blicke, aber das nehm ich in Kauf. Ein Sprung in den Schliersee hat den Tag ziemlich perfekt gemacht. Jetzt hab ich ein bisschen Zeit für mich, nachdem Hubert und Luisa in ein Trachtengeschäft nach Miesbach aufgebrochen sind. Die Ruhe kann ich gerade sehr genießen. So richtig bin ich noch nicht auf meine Ines-Zeit gekommen, weil dauernd was los ist. Hubert und Luisa reden beide gerne und begleiten auch ihr Tun immer mit Sprache, was ich ein bisschen befremdlich finde, inzwischen aber übernommen habe. Z. B. beim Fertig-machen fürs Weggehen sagen: “ ich zieh jetzt die Schuhe an, ich nehme diese Tasche mit, einen Pulli stecke ich auch noch ein. Geld und Maske hab ich dabei.“ Etc. Jetzt ist es wirklich sehr still ohne die beiden. Meine Mutter ist übrigens wieder daheim. Ihr Zustand ist zwar nicht gut, aber das Problem mit dem Nierenstau ist gelöst. Ich rechne jeden Tag mit einer neuen Schreckensnachricht.
Immerhin ist deine Mutter wieder zu Hause. Kurze Pause für deinen Vater auch vorbei, vermutlich vergällt durch Dauersorge. Jedes Vorhaben, jeden Handgriff, jeden Plan BE-sprechen, das kenne ich von Bine und vom Zusammensein mit kleinen Kindern, damit sie sich wohl- und aufgehoben fühlen und sprechen lernen.