20-08-31-CoTaBu- Date wieder vertagt – Freitagsfeeling – „Nochmals hoffend“
Heute fühlt sich der Tag an wie ein ganz normaler „Freitag“. Er zerrinnt unter Notwendigkeiten. Ich bringe es nicht fertig, mal „in die Stadt“ zu fahren und mein bescheuertes Hypokonto aufzulösen. – Draußen kalt, an Schwimmen nicht zu denken. Auch mit Sabine wieder vertagt. Mich mit Frühstück überraschen lassen. So konnte sich Michael gleich meinem PC widmen, den ein Trojaner gelähmt hatte. Schnurlose Tastatur und Maus eingeweiht. Kein Kabelsalat mehr, aber Gefahr, alles fallen zulassen oder die Maus zu verlegen. Für DASEIN Programmvorschlag für Juni 2021 formuliert. Mich jetzt schon mit einem Thema festzulegen liegt mir nicht! Es allgemein zu halten ebensowenig. Einer Interessentin für die Aetasgruppe hinterhertelefoniert. Mit Hausverwaltung Augsburg und Reilich korrespondiert. – An Fabian Geburstagspost geschrieben, sehr schwer, weil die Tür eigentlich zu ist. Auch das muss ausgedrückt werden. Klees blaues Aquarell „Nochmals hoffend“ dafür gefunden; wunderbares Motiv für unsere verfahrene Situation. Dazu die Kopie einer Geschichte von Flannery o`Connor: Parkers Rücken. Ein mit Ausnahme des Rückens durchtätowierter Mann. Darauf lässt er sich „Gott“ tätowieren, eigentlich an seine Frau gerichtet. Die erkennt es nicht und wendet sich desinteressiert ab. Das ist sein Zusammenbruch. Zudem „Bis ich dich finde“, diese Wahnsinnsgeschichte von Irving. Auch da geht es ums Tätowieren und die Suche. Botschaften allerdings kommen nur an, wenn man sie anschaut. Ich versuche, die Enttäuschung abzufedern: mit nichts mehr zu rechnen, alles im Nichts verpuffen zu lassen. Mit Stumpf und Stiel lässt sich das Pflänzchen Hoffnung aber nicht ausrotten. Ich bin es, die die letzten Monate nicht mehr das Telefon abgehoben hat, davor war bei mir etwas durchgerissen.
Er wird es sicher bemerken, wie viele Gedanken du dir bei der Auswahl der Texte und des Aquarells gemacht hast.
Es ist ja schon seit so vielen Jahren so schwierig für Dich, mit ihm seelischen Kontakt zu finden, ihn zu berühren. Die vielen Tätowierungen- ein Panzer? der einen Siegfried aus ihm macht? Als ich gestern Deinen Text gelesen habe, bin ich so traurig geworden. Bin mit den Bildern vom Fabian in Schulzeiten, Fabian, der heiratet, Fabian im „Zauberberg“ eingeschlafen, jetzt, in der Nacht davon aufgewacht, dass er mir in den Mantel hilft und sagt, meine Mutter interessiert sich nicht für das, was ich mache. Das, was Du ihm entgegen bringst, die Signale, die Du mit dem Bild und den Texten schickst, sprechen eine andere Sprache.
Eine tragische Geschichte, ja. Aber berühren kann ich ihn – glaube ich – schon. Conny sagte, wenn ich nach Zürich kam, da sei er schon Tage vorher wie aufgelöst; will so hart tun und weint dann. Aber pssst. Sowas erzählt man nicht. Da wären wir beim Panzer und bei Siegfried. Aber es ist sicher auch eine Art Selbstzerstörung entsprechend dem Ritzen, nehme ich an.