20-09-03-CoTaBu- Mit Haut und Haar – absorbiert von fremden Welten

Wieder ein Leseexzess. Von gestern früh bis heute frühnachmittag wieder einen fetten Roman mit Genuss einverleibt. Viel dabei geweint und gelacht. Manchmal etwas überzogen, überaus köstlich und skurril, sehr warmherzig, über Leben und Sterben, Tod, Prophetie, Liebe. „Was man von hier aus sehen kann.“ Kurz vor Mittag rief Oma Renate an – unbedacht drangegangen, hatte nur die erste Zahl gesehen, dachte Michael….Musste mich dann – schade, dass ich mich nicht totgestellt habe – wie vereinbart mit ihr treffen. Das war dann doch sehr nett. Zwei Stunden, erst am Grab, dann bei Villa Dante. Haben sogar über sowas wie das Zeichnen gesprochen, dass sie sich erinnert, darin nicht schlecht gewesen zu sein, dass sie sogar einen Block daheim hat – für mein Experiment gar nicht verschlossen, im Gegenteil: auch über die prophetischen Bilder gesprochen, die vor Peters Tod entstanden sind. Danach wieder zu nichts anderem aufgerafft als weiter zu lesen, erst das eine zu Ende, dann das nächste austarierend. Eine Schrankszene muss ich noch für Jakob scannen. Dieser Tage hatte Dodo draufgesprochen, beide Male nicht hingegangen, ich sehe  die Nummer, freu mich, gehe nicht hin. Komme übers Alltägliche nicht hinaus. Es ist krass. Ich will so gern zurückrufen, bringe und bringe es nicht fertig, schaffe die Hürde nicht. Vielleicht sollte ich mich wenigstens mit einer Postkarte erklären, das wäre ganz einfach. Keine Lust, „Wald zu baden“ oder irgendeinen Kreis zu ziehen. Wie in Olga Takarczuks „Schrank“. In dieser Geschichte zieht es die Protagonistin erst stunden-, dann tagelang und zuletzt für immer in den Schrank.

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4 Antworten

  1. Ines sagt:

    „Was man von hier aus sehen kann“, hab ich letztes Jahr auch mit viel Genuss und in einem Rutsch gelesen. Ich hätte gar nicht gedacht, dass du so ein Bestseller- Buch liest. Wie würdest du Dodo das erklären, dass du dich über ihren Anruf freust, und dann doch nicht dran gehst? Was genau hält dich ab?

    • Heike sagt:

      Wenn ich gewusst hätte, dass es ein Bestseller war, hätte ich es wahrscheinlich nicht gelesen. Aber manchmal bekommt man sowas ja auch geschenkt oder geliehen….was Tod und Trauer betraf fand ich es ganz ganz wahr und tief. Das Schlafen. Das Unberührbarsein. „Es ist erst 12 Jahre her“ usw. Es ist auch großartig, was unausgesprochen bleibt. – Dodo könnte ich es nicht erklären. Aber irgendwie weiß sie schon, dass ich manchmal tage-, wochenlang Anlauf brauche.

  2. Beate sagt:

    …im Schrank verschwinden, sich verstecken: mußt Dich arg überwinden, lieber nicht das Telefon abheben…lieber ganz bei dir sein.Und lesen, lesen.Es ist eine Ausnahmesituation, eben eine Variante Urlaub, auch erholsam!

  3. Renate sagt:

    Auch Bestseller können ganz gut sein und vielleicht geht eine Postkarte.

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