Sonntag in München

Ich bin ein jetzt mal allein zu Haus, Hubert ist beim Sport und Luisa bei einer Freundin. Wir waren dieses Wochenende hauptsächlich in München, weil Luisa zu Besuch ist, um ihre totkranke Oma zu besuchen. Ich hab es Heike schon gewhatsappt, dass die Oma am Montag in Heikes Hospiz kommen wird. Was für ein Zufall. Luisa hat es ziemlich schwer, weil sie die einzige in der Familie ist, die sich mit allen gut versteht und sie in die Rolle der Vermittlerin und derjenigen gerät, bei der sich alle aussprechen wollen. Ihr Opa und ihre Mutter verstehen sich nicht. Sie sind beide hochexplosiv und brechen dauernd den Kontakt ab, weil sie sich wieder so schlimm gestritten haben. Justus, ihr Bruder bzw. andere Enkel, zieht sich raus. Das Gute ist, dass sie das alles ganz gut durchschaut und reflektiert. Hier bei uns kann sie dann ihr Herz ausschütten und ist frei von Verantwortung, zumindest was Hubert und mich betrifft.  Nach dem Frühstück erst mal in der Wohnung dies und das gemacht, dann eine Radltour, die Isar auf einer Seite hoch, auf der anderen wieder runter. Schon anstrengend, aber herrlich von der Stimmung und dem Herbstlicht. Nach der Brotzeit ein bisschen das Unkraut auf der Terrasse weggemacht, solche Arbeiten im Knieen  mag ich gar nicht, ich habe so etwas pseudomäßig mitgemacht und Hubert die meiste Arbeit überlassen. Jetzt will ich mir noch die Haare färben zum ersten mal mit einer Naturfarbe. Die sieht grün aus und das Haar kann, wenn es schief geht, einen Grünstich bekommen. Es wird also spannend. Meine Mutter kommt heute wieder nach Hause aus der Kurzzeitpflege. Die muss ich noch anrufen. In letzter Zeit ist ihre Sprache kaum noch verständlich. Das Telefonieren ist mein Draht zu ihr, schreiben kann sie nicht mehr. Ab und zu schicke ich ihr ein Foto oder schreibe eine Kurznachricht über WhatsApp. Die nächsten Wochen wird sich zeigen, ob mein Vater die Pflege zu Hause noch packt. Er hat die 3 Wochen Auszeit sehr genossen.

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2 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Das Alter ist so schwierig. So schwer! – Grün ist eh meine Lieblingsfarbe bei dir, ich finde, du hast in den letzten Jahren so einen Grünstich bekommen, bin gespannt, wie grün du noch wirst. – Über Luisa bzw. den Zusammenhang haben wir schon gesimst. Gut, dass ich entgegen manchem anderen Vorfall noch nichts habe verlauten lassen.

  2. Beate sagt:

    Alt zu sein scheint mir in dieser Zeit mit all den Problemen, die der Umgang mit Corona mit sich bringt, besonders schwer zu sein. Auch all das, was Du, Heike , von Anni schreibst.

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