Friedhof

Kultur, das wäre heute mein Programm gewesen. Mit dem Rad Richtung Pinakotheken gefahren, die Sonne schien sogar etwas. Allerdings nicht lange und es fing an zu regnen. Ohne meine Ausrüstung bin ich los und war ziemlich schnell ziemlich nass. Zurückgefahren. Blumen geholt und stundenlang arrangiert. Zu einem Spaziergang mit Mütze und Schirm aufgebrochen. Mein Ziel, der Unternenzinger Friedhof. Ich mag es die Brücke zu überqueren, die über die Würm führt. Im Friedhof fast nur Gräber, die von Friedhofgärtnereien gestylt wurden. Erika, oder auch Heidekraut genannt, in den Farben gelb, blau, orange, lila, rosa und azaleerot. Gebilde unterlegt mit Tannenzweigen, dazwischen weiß-grauer Weihrauch. Kreise, oder in Reih und Glied, wie Soldaten gepflanzt, versetzt, eine orange da, eine blaue dort, oder ganz modern in Schlangenlinien. Die Erde schwarz und wie betoniert. Manche Gräber selbst gestaltet, sehr schön. Lange gegangen. Auf meinem Rückweg mit einer Frau ins Gespräch gekommen, ihr Hund alt, taub und blind, schnüffelte lange an der selben Stelle. Parallelen zu meinen Enkelkindern. Sie ging ein Stück mit mir. Zwei Stunden war ich unterwegs und jedes mal stelle ich fest, wie wohltuend und balancierend es ist draußen zu sein.

 

 

 

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2 Antworten

  1. Ines sagt:

    da hab ich Glück gehabt, dass ich heute auf mehreren Wegen mit dem Rad nicht nass geworden bin. Dein Tag scheint so ganz gemächlich gewesen zu sein, mit viel Zeit für alles. Erholsam. Was macht die Meditation?

  2. Heike sagt:

    Deine Schilderung der professionell verunstalteten Gräber erinnert an Mr Bougran in Pension.

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