Menschen in Quarantäne
Eigentlich wollte mich heute Abend eine Freundin besuchen. Ich habe die Maronensuppe, die es geben soll, schon mittags vorbereitet. Am Nachmittag rief sie an, dass in ihrer Arbeitsstelle eine Kollegin positiv auf Corona getestet wurde, sie müsse absagen. Ich hatte mich gefreut, sie mal wieder zu sehen und hatte auch einiges für das gemeinsame Abendessen eingekauft. Schade, aber so ist es eben. Jetzt mach ich mir mit Hubert einen gemütlichen Abend mit der Suppe und mit Babylon Berlin. Ansonsten bin ich zufrieden mit meinem Tag. Yoga war richtig gut und alles, was sonst so anstand, hat geklappt. Ich war guter Stimmung und habe immer wieder dankbare Gedanken, wenn ich über mein Leben nachsinne. Hubert möchte, dass wir unsere Vorräte aufstocken, um eine mögliche Quarantäne zu überstehen. Ich bin eigentlich nicht der Typ für Vorräte. Mich stresst es, wenn zu viel im Haus ist. Ich denke dann immer, dass man es essen muss, bevor es das Verfallsdatum erreicht oder bevor es zu lange in der Tiefkühltruhe liegt. Wir versuchen einen Kompromiss. Maja und Bernd, die ja in der Quarantäne sind, bestellen sich Lebensmittel beim Supermarkt, der liefert dann alles nach Hause. Maja sagt, das an die Wohnung gefesselt sein macht sie krank auf Dauer. Die bewegt sich zu wenig und hat die ganze Zeit Hunger und isst zu viel. Auf ihr Lernen, was eigentlich anstünde, kann sie sich nicht konzentrieren. Ich schätze, dass mich auch irgendwann eine Quarantäne trifft. Bin gespannt, wie ich das dann erleben werde.
Ja, Gregor auch seit heute in Quarantäne. Ines geht es nicht schlecht. Aber natürlich muss geliefert werden und egal, wie gern man zu Hause ist, gezwungensein dazu ist schrecklich.
Ich würde mit Quarantäne gut zurechtkommen. Vorräte habe ich auch keine. Vielleicht keine schlechte Idee, wenigstens ein paar Grundnahrungsmittel zu Hause zu haben.