20-11-01-CoTaBu-Unterm Herzen eingenäht + Lobsang

Ausschnitt aus nächtlichem Traum: Meine Kolleginnen ratlos; überlegen, eine Patientin mit unbeherrschbarer Symptomatik in die Palli zurück zu verlegen. Man mutmaßt, sie habe sich ein Foto ihres verstorbenen Kindes unterm Herzen eingenäht, evtl. auch das Kind selbst. Das hat zu Abszess und später zum Tumor geführt.

Heute mit Michael hier gewesen, weil Conny, Fabian und Ingo sich bei Michael treffen wollten. Ingo geht wie früher nicht problemlos unter Menschen, Café kann schwierig werden; ebenso wie seine Frau Pari für Fabian. Da wir Zusammenkünfte sonst auch nicht hinbringen, wollte ich nicht dabeisein. Als Simon starb rief Ingo gefühlt alle fünf Minuten an; wollte kommen. Melsene, jahrelang nicht gesehen, saß in meiner Küche. Hinterher hatte ich in meiner Konfusion das Notwendigste in dieser Lage versäumt. Falsche Signale, singulär und deplatziert. Ich wehre heute noch innerlich ab. Wer mich kennt, weiß, wielang ich brauche. Ich wollte nicht mit Ingo ins Quatschen kommen, was eine eigene Dynamik hat und die anderen zu Statisten machen. Dass mit ihm gemeinsam Elternsein nicht geht, er sich aber in der Ausnahmesituation in die erste Reihe stellt, belastet mich, selbst nach Jahrzehnten. Obwohl ich ausgewichen bin hängt es mir jetzt nach. Michael zog sich zu mir zurück; später kamen Fabian und Conny zu mir. So war es mit Rückzug vorbei. Später literarisch unterwegs in Tibet; erste Härteproben des Klosterlebens liegen hinter dem siebenjährigen Dienstag Lobsang. – Nochmal Friedhof bei Dunkelheit mit unzähligen Kerzen. – Den Kolleg..-..Innen um Anne Will voll Überdruss das Coronagequatsche abgeschaltet.

 

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3 Antworten

  1. Renate sagt:

    Was für ein Traum. Was ist das richtige Maß? Du hast schon fast täglich mit deinem ältesten Sohn zu tun. Ungewohnt!

  2. Ines sagt:

    Ja, der Traum sagt etwas darüber, wie festsitzende Trauer krank macht. Zumindest auf den ersten Blick. Dein Verhältnis zu Ingo ist auch nach den vielen Jahren nicht entspannt.

  3. Beate sagt:

    unter dem Herzen eingenäht – und todkrank; was für ein starkes Bild. Das macht richtig traurig! Wie lange bleibt Fabian in München und was hat er alles vor?

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