20-11-18-CoTaBu- Notstand – morgen Abend Rollenwechsel

Für werdende Mütter in Pflegeberufen gilt ab sofort Beschäftigungsverbot. So fallen zu den Kranken, krank Gemeldeten, Coronaverdächtigen oder denen, die jemanden kennen, der es ist, noch unsere beiden schwangeren Kolleginnen aus. Nun ist der Notstand komplett. Ich habe gestern bis spät und heute ab früh weiter versucht die zu erreichen, die noch nicht auf meinen Hilfeappell reagiert hatten. Bis Sonntag Abend sind jetzt durch Ehrenamtliche alle Dienste zusatzbesetzt. Die einzige Lücke morgen Abend werde ich selber füllen, obwohl ich nicht versiert bin auf Station und man mir alles auftragen muss. Ich kann Griesbrei kochen, Brote schmieren, Essen eingeben, Töpfe ausleeren, bei der Körperpflege helfen, Müll oder Windeln wegtragen, Küche aufräumen. Ich kenne mich nicht wirklich aus, kann aber bei Patienten sitzen, wenn sie hoffentlich ansprechbar-zugänglich sind und sagen können, was sie wollen. Derzeit ist niemand delirant, der austeigen, auf dem Boden herumkrabbeln und seine Mutter suchen wird, weiße Mäuse sieht oder denkt, ich wolle ihn vergiften. Niemand wird überfordernde Gefühle auslösen (das kann bei tracheotomierten Patienten oder solchen mit offenen Entstellungen/ Wunden passieren) und so meine Möglichkeiten überschreiten. Hilflose Situationen gibt es immer. Ich bin nicht wie die Pflegekräfte jeder Situation gewachsen. Sie sind in dieser Hinsicht haushoch überlegen. Ich trage keine Verantwortung und schlüpfe in eine andere Rolle.

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4 Antworten

  1. Ines sagt:

    Große Anerkennung dafür, dass du den Dienst auf Station machst. So ein Personalnotstand! Das wird ja wahrscheinlich so bleiben über den Winter.

    • Heike sagt:

      Das will ich nicht hoffen! Aber wir werden zusehen, dass wir mit Aufnahmen zurückhaltend sind und auf keinen Fall das Haus wieder ganz belegen. Wenn wir nur sechs oder acht PatientInnen haben geht es ja mit weniger Pflegenden.

  2. Renate sagt:

    Du kannst eine Menge und wirst die Pflege sicher sehr entlasten. Ich bin voller Bewunderung, du weißt ich könnte es nicht.

  3. Beate sagt:

    Oh, ich bewundere Dich auch sehr! Habe Dich vor meinem inneren Auge, geduldig, Ruhe verströmend, zupackend und immer wissend, was nötig ist.

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