20-11-30-CoTaBu-Abstrich-Kälte-Müdigkeit-Landfrauen
Klirrende Kälte auf dem Fahrrad zum Hospiz. Erneut die Gelegenheit zu einem Abstrich wahrgenommen, diesmal von Frau Dr. Haupt, einer der Hospizärztinnen. Schon wieder vor der Glotze eingeschlafen: die Landfrauen. Eine Käserin, die ganz und gar bei den Ziegen aufgeht. Bewirtet andere Landfrauen, immer ein Lächeln auf den Lippen. Nicht wie ich dachte alte dicke Bäuerinnen im Dirndl, sondern junge, begeisterte Frauen. Die Käserin habe in dieser Gemeinschaft wieder gelernt zu essen. Sie habe lange eine Esstörung gehabt und nur für andere gekocht, was meines Wissens typisch sein kann. Wie sie mit ihren dünnen Ärmchen bis zum Anschlag in der Molke und im Quark rührt! Wie sie die Käse streichelt! Wie die AbnehmerInnen dazu gezwungen werden, beim Fleisch alles zu nehmen, auch die Rippen, nicht nur die Keulen. Alles mit Liebe und Hingabe. Muss das alles anstrengend sein! Sie aber lebt dafür. Nur, was geht es mich an? Vielleicht, weil es mir eine gangbare und sympatische Art des bewussten, achtsamen Umgangs mit Lebensmitteln und Natur zeigt? Sehr zeitgemäß, dabei aber für mich erträglich? Am Ende noch ein wenig Audrey Hepburn. Erst heute nehme ich bei aller Schönheit und Anmut diese gottserbärmliche Magersucht wahr.
Beate ist eingeschlafen, ich bin eingeschlafen und du auch. Was war gestern los? Die Kälte vielleicht?
vor der Glotze einschlafen -es geht mir schier jeden Tag so. Von Landfrauen habe ich noch nichts gesehen. Wie schade, wenn trotz der sorgsamen Umgangs mit Lebensmitteln die Magersucht als Damoklesschwert über einem schwebt!