20-12-06-CoTaBu-Maske am Friedhof + andere Beschlüsse

Ein unspektakulärer Sonntag, wie ich ihn mag. Etwas vom gestern nicht Getanen heute nachgeholt. Zum Abendgottesdienst kamen wir so spät, dass wir uns nicht mehr reingetraut haben – ich hatte den Aufbruch hinaus gezögert. Den halben Tag – nach beendetem Streulicht – erschütternde Erzählungen von Breiteig gelesen, beeindruckt von der Sprachkunst. Plätzchen gebacken, aufgeräumt; am Grab hat sich eine Maus eingenistet; auf dem Friedhof neuerdings Maskenpflicht. Ich wollte es nicht glauben, aber jemand hat sich beschwert und am Haupteingang steht es wirklich angeschlagen. Sehr beunruhigt über die Aussicht auf Katastrophenfall. Mit Michael aus dem Briefwechsel von 1818 zwischen Martius auf Brasilienreise und seinen Eltern vorgelesen; sein Freund Markus hat mir das Skript überlassen – jahrelang hat er die Handschriften gesichtet und sie wissenschaftlich ausgewertet – Michael sagte ihm, ich sei brennend interessiert. Jetzt sind es 300 Seiten! Ich wollte eigentlich nur mal reinschauen. Auf den ersten Seiten allerdings schon zu Tränen ergriffen über die Ehrerbierung des Sohnes und die Frömmigkeit und poetische Sprache, derer sich die Mutter in ihren Ausführungen bedient. – Durch die Online-Tagung donnerstags war ich vier Tage zu Hause. Das hat gut getan.

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3 Kommentare

  1. Renate sagt:

    Maskenpflicht auf dem Friedhof, auch für die Maus? Ich weiß nicht was der Katastrophenfall bedeutet.

  2. Beate sagt:

    der Katastrophenfall – wird vom Ministerpräsidenten ausgerufen, um die Krankenhaussituation zu verbessern, notfalls die Bundeswehr einzusetzen, so habe ich es mir erklären lassen. Ob das stimmt? Auf jedem Fall ein garstiges, angsteinflößender Begriff. Oh welch inspirierende Literatur hast Du da entdeckt! Will mehr darüber wissen!

  3. Ines sagt:

    Beneidenswert, wie dich die Lektüre berührt und bewegt. So ein Erlebnis habe ich alle Jubel Jahre. Vielleicht liest du uns aus dem Briefwechsel mal etwas vor.

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