20-12-11-CoTaBu-Chaotisch: Abstrichszenario+Astrologie
Als ich gestern ins Hospiz kam war Sonja dabei, allen Angehörigen telefonisch mitzuteilen, sie hätten ab jetzt zweimal wöchentlich einen negatives Testergebnis vorzulegen. Das Gegenteil zum Vortag, an dem Gregor verkündet hatte, das zu übernehmen. Auf meine sofortige Nachfrage drehte er es wie ein Missverständnis. Tatsächlich hatte er ja schon Leute abgestrichen, sich auch erneut verabredet (für Tage, an denen er gar nicht da ist). Also haben wir das Ganze erstmal durchdacht und modifiziert. Wie kann es gelingen, dass auch andere es verstehen? Dass nicht für jeden andere Regeln gelten? Direkt danach erreichte uns die Nachricht: Hospize sind von dieser Regelung ausgenommen. Viel Lärm also um nichts. – Ein Patient, den wir, damit die Eltern (der Tochter) beide in der Nähe sind, aus einem anderen Bundesland geholt hatten mit viel Tamtam sollte laut Schilderung in den letzten Zügen liegen. Wie so oft hatte die Schilderung nichts mit der Realität zu tun. Nun hätte das Ehepaar die Möglichkeit eines Doppelappartements im Heim, in dem die Mutter eh schon ist. Nein, also das wäre die Hölle, die Mutter sei deshalb schon „zusammengebrochen“. Vorgestern zweiter Anlauf. Also nein, das Zimmer nun hatte einen anderen Mangel. Was wohl nächsten Montag bei der dritten Möglichkeit in der Wunscheinrichtung herauskommt? – Heute Herr Diemer, danach Moos aufs Grab gepflanzt; wieder gebacken. Herr Diemer sagt, zur Wintersonnenwende wird es astrologisch eine 2000 Jahre nicht mehr dagewesene Konstellation geben. Es seien Massenmeditationen weltweit geplant.
Das ist ja fast wie in der Politik. Jeden Tag andere Regeln. Massenmeditationen bringen gute Energie und ein Zusammengehörigkeitsgefühl, in dieser Zeit, in der die ganze Welt von dieser Pandemie betroffen ist.
Obwohl ich die Passage mit der Patientin mehrmals gelesen habe, blieb sie mir unverständlich. Die Patientin aus dem anderen Bundesland hat Eltern, die hier wohnen und die sollen irgendwo zusammen hinziehen, obwohl die Mutter bereits im Heim ist. ????? Massenmeditation klingt nach Massentests oder Massendemonstration. Allein das Wort ist abschreckend.
Es ist ein männlicher Patient. Seine Tochter hat ihn von Gott weiß wo zu uns gebracht. Seine Frau ist schon in Planegg im Heim, dort soll/will er auch hin, es geht ihm einwandfrei; fürs Hospiz viel zu gut. Jetzt war der Platz in der Doppeleinheit frei, aber auf einmal soll es Horror sein, wenn die beiden zusammenkommen. Köstliche Verwirrung.
– Ich weiß nicht…hieß es Massenmeditationen, vielleicht ein anderes Wort. Ich stelle es mir wunderbar vor. Weltweites gesammeltes Innehalten, Schweigen, Hoffen?
du wirst mit so viele überflüssigen Überlegungen und Falschinformationen konfrontiert. Ist das die Aufgeregtheit der Angehörigen? Egozentrik? Das ist sicher oft schwer auszuhalten. Ich wüßte gerne mehr über diese astrologische Konstellation! Das erinnert mich an den „Gesang der Fledermäuse“ Da hat die schillernde Janina auch Kenntnisse über astrologische Konstellationen…
Ja, das war eine der besonderen Faszinationen im Gesang der Fledermäuse. Tiefgründig und skurril zugleich.