21-02-04-CoTaBu-Ein Tag voller Malaisen und eine Wanze im Haar

Heute wollte ich „gute Momente“ sammeln. Aber jetzt ist mir gerade beim Bergdoktor – ja, richtig gelesen – der krönende Mist des Tages passiert. Ich hatte letztens auf den Bericht vom täglichen Wanzenfang verzichtet. Eine heute aber war die erste, die direkt auf meinen Kopf geplumst ist. Gott sei Dank spürt man das, sie sind dick und plump genug. Hysterisch aus den Haaren ins Waschbecken geschüttelt! – Morgens wollte ich das Vorfrühlingslicht auf meinem Weg ins Hospiz genießen und mein Bauchweh wegatmen. Da begleitete mich quer über den Kanal eine gellend telefonierende Stimme und ich kämpfte gegen Mordgelüste. Schade, dass man das nicht verbieten kann. Gab es auch was Gutes? Herr S. verlässt uns nun am Dienstag. Vorher hatte ich noch mit Gregor besprochen, dass ich noch eine Anfrage an dieses ominöse Wunschheim gestellt hätte, um das sich nie bemüht wurde, und wir dann bei Nichtbehagen nach Hause verlegt hätten. Verlegt? Der Mann steht, geht, sitzt und wird von der Familie kutschiert. – Morgens ist mir noch im Halbschlaf mein obligatorisches Wasserglas neben dem Bett umgefallen, was ich seit Jahren kommen sehe, und hat 26 Bücher, die daneben auf dem Papierkorb stapeln, eingeweicht. Unterm Strich ein Tag voller Malaisen. – Gut war: kein Streit ist ausgebrochen; ich bin einverstanden, ein Mensch und kein Tier zu sein;  keine größeren Probleme als die, die notorisch aufgebauscht werden mit Berichten wie „längst bei uns angekommen“; „ein Vielfaches gefährlicher“; „nicht genug“; „viel zu viel“; „warum verschlafen?“, „am Limit“. Exponentielle Sprachverschmutzung.

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5 Antworten

  1. Ines sagt:

    Dein Beitrag ist so komisch. Und gleichzeitig furchtbar, v.a. die Wanze auf dem Kopf. Hat nicht Alexandra gesagt, dass die fürchterlich stinken? Ich toppe den Bergdoktor gerade mit Germany next Topmodel

    • Heike sagt:

      Über Letzteres bin ich ja beruhigt!!! Und ja, wenn man sie zerquetscht stinken sie. U.a. deshalb habe ich mich natürlich nicht getraut, hinzufassen, sondern bin panisch kreischend vor den Spiegel gerannt und hab sie dann mit tupfenden Stößen mit der Bürste geschüttelt, geschubst…

  2. Beate sagt:

    ich habe so sehr gelacht! ja, der Hirsch geht mir auch noch nach. mich hat heute Morgen eine Wanze geweckt, die, auch sehr plump, auf mein Kissen gefallen ist. Diese Mistviecher überleben Kälte, Schnee und Eis

  3. Renate sagt:

    Horror! Eure Wanzengeschichten sind lustig und schrecklich zugleich. Diese laute Telefonierei geht mir so was von auf den Geist. Ich schimpfe ungeniert hinter meiner Maske.

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