Spielplatz
Das Erste was Luis mir sagte, war, dass er heute in den Anhänger steigt. Am Dienstag bin ich so sauer gewesen. Es goss wie aus Kübeln, er hatte einen Schirm, Emilia einen und ich auch und ich hatte noch den Anhänger zu schieben. Luis hatte in die Hose gepinkelt und es war kalt. Über die Straße am Kanal half noch meine Schwester. Dann sagte ich er muss in den Anhänger, er lief davon in Richtung Straße. Da wurde ich sehr deutlich und setzte ihn in den Anhänger, was zu bitteren Tränen führte. In solchen Momenten hilft bei ihm kein erklären, später redete ich mit ihm und zu Hause war er wie ausgewechselt. Meine klare Ansage am Dienstag hat Luis anscheinend nachhaltig beeindruckt, denn er kam ein Zweites mal darauf zu sprechen. Ich erklärte ihm erneut warum es am Dienstag notwendig war und auch, dass er sich heute reinsetzen kann, wenn er will. Auf den Spielplatz gegangen, der einsam und verlassen war. Brotzeit gemacht, Eis gemacht aus Sand, große Berge aufgeschüttet. Das erste Kind kam. Emilia spielte mit ihm, er lief ihr dann ständig hinterher. Luis spielt lieber alleine oder mit den Großen. Später kamen zwei Mädchen aus dem Kindergarten und Emilia war mit denen unterwegs. Ich spielte mit Luis Ball. Er kann richtig gut werfen und hat sich die Technik von seinem Vater abgeschaut. Linda kam nach der Arbeit. Geschlagene vier Stunden war ich auf dem Spielplatz, im Gesicht habe ich Farbe bekommen.
das ist eine lange Zeit! Vier Stunden Spielplatz konnte ich nur im Sommer aushalten. Dass es Luis beschäftigt, warum die Oma streng war und dass er das noch einmal erklärt wissen will, das kommt bei Deiner großen Geduld sicher eher selten vor.
Luis kommt noch einmal darauf zu sprechen – super! Hier geht es mir wie sonst mit Reiseliteratur: ich genieße es, auf dem Papier mitgenommen zu werden ohne im Regen zu stehen, ohne Schirm, Wagen und Kind halten, schieben und tragen zu müssen, ohne die Verantwortung.