21-02-09-CoTaBu-Ein Tag, von Abstrichsszenarien überschattet

Heute früh wurde Herr S. von seinen beiden Söhnen und seiner Frau in zwei Autos abgeholt und in sein neues Heim kutschiert. Er ging in aufgeräumter Stimmung. Pflegende haben von den Balkonen aus mit Masken und Tüchern gewunken, Sonja und ich unten. Nach kurzer Zeit rief das Heim an: das Ergebnis des Coronaabstrichs fehlte! Sonja total gestresst und genervt, zumal sie diejenige ist, die das größe Theater um die Abstriche macht! Sie besteht darauf, dass alle Angehörigen sich selbständig um ihre Abstriche kümmern, was in manchen Fällen schlichtweg nicht durchführbar ist. Alte Leute; der Ehemann der jungen Patientin, der sich zwischen Job, kleiner Tochter und seiner Frau zerreißt. Wann soll er ins Testzentrum fahren?! Zudem ist ihm dasgleiche passiert wie Michael, der beim Abstrich in der Nase verletzt wurde, blutete, was tagelang wehtat und auch Angst vor dem nächsten Mal macht. Um Sonjas Gestresstsein zu umgehen schicke ich quasi an ihr vorbei die Leute zu Gregor, der gern und ohne Aufhebens abstreicht. Am Donnerstag soll eine Patientin kommen. Ihr Mann hat erst morgen einen Termin (dessen Ergebnis frühestens Donnerstag Abend da wäre), soll übrigens 188,00.€ bezahlen. Wen frage ich also? Das führt in eine schwierige Lage. Es kann nicht sein, dass, wer Glück hat, an Gregor gerät, und wer den „normalen“ Weg geht, an Sonja nicht vorbeikommt. Dass der Abstrich heute fehlte führte dazu, dass sie ungehalten und unfreundlich wurde. An mir glitt es ab, weil ich mich als letzte für die Vollständigkeit der medizinisch-pflegerischen Unterlagen zuständig fühle, die ich gar nicht in der Hand hatte. Leider kann ich nicht abstreichen, sie kann es; das vermehrt ihre Arbeit empfindlich – dieses „Nebenbei auch noch“ wird einfach zuviel. – Gerade bei Michael „Zucchini-Spaghetti“ mit Sellerie und Lauch-Gemüse gegessen.

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4 Antworten

  1. Ines sagt:

    So viel Gemüse in einer Mahlzeit! Ist das nich die Diät? Das Impfkonzept im Hospitz klingt nicht durchdacht. Bei unseren Kindern werden die Angehörigen mit getestet. Alles andere macht doch keinen Sinn.

    • Heike sagt:

      Durchdenken allein hilft nicht. Wir sind ein kleines Haus, das nicht jemanden nur zum Testen hinsetzen kann. Im Kinderzentrum kommen die Leute zur Untersuchung z.B., bei uns gehen sie ein und aus, das ist nicht vergleichbar. Testen ja klar, aber wie oft und durch wen? Es ist ein Lied ohne Ende.

  2. Renate sagt:

    Gesund euer Abendessen und eine interessante Kombination. Machte es auch satt?
    Im Hospiz ist ganz schön was los.

  3. Beate sagt:

    das Testen scheint ja einiges Anderes aufzuwirbeln. Und dann die Verantwortung , die damit einhergeht, es klingt sehr stressig! Leckeres Abendessen! Sellerie ist ein feines Wintergemüse

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