Beschwerden. Der 1000. Beitrag!

heute waren die meisten Anrufe bedrückend, der verlängerte Lockdown macht viele Menschen mutlos, scheint mir. Gerade die ängstlichen Fragen, welche Konstellationen von Besuchen erlaubt seien, sind oft erschütternd. So rief heute eine Lehrerin aus Augsburg an, ihre Mutter habe Krebs und wolle zusammen  mit dem 80jährigen Vater wegen zweier Arzttermine bei ihr übernachten. Ob das denn möglich sei. Im Gespräch mit ihr kam dann raus, dass sie auch besorgt wegen der Nachbarn war. Ja, nicht nur ich habe einen Blockwart über mir wohnen, der genau beobachtet, was im Haus vor sich geht. Eine lungenkranke Frau empörte sich, dass ein junger 20jähriger aus der Nachbarschaft schon geimpft sei, „nur“ weil er beim THW arbeitet, während sie noch warten muss. Ein Unternehmer schimpfte wie ein Rohrspatz auf die Maskenpflicht. So viel Ängste, so viel Empörung wegen angeblicher Ungerechtigkeit, geschlagene vier Stunden lang, keine Pause. Und dann war Feierabend . ich hatte einen zweiten Massagetermin in Aussicht. Während ich auf der Moorpackung lag und in den dunkel werdenden Himmel schaute, mit den schwarzen Silhouetten kahler Äste vor dem Fenster, war es als ob eine sanfte, friedliche Welle die aufrührenden Gefühle der letzten Stunden zudeckte.

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3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Das ist wunderbar, wie es auf der Moorpackung abklingt. Heftig, was du alles hören und beurteilen sollst. Die Sache mit den nachbarlichen Blicken höre ich nicht zum erstenmal. Denn auch „wir“, die wir laufend getestet und auch geimpft sind, widerstehen kleinen Runden daheim aus genau diesem Grund.

  2. Ines sagt:

    Ja, die 1000 haben wir voll. Welch naive Vorstellung ich hatte, dass du lediglich am Telefon über die aktuellen Bestimmungen informierst. Nein, das ist ja ein regelrechtes Krisentelefon und viel Fingerspitzengefühl gefragt.

  3. Renate sagt:

    Die Moorpackung hat die schlechten Energien aufgesogen. Was du dir da alles anhören musst kannst du wahrscheinlich auch nicht ganz abschütteln. Da ist es wichtig, dass du gut für dich sorgst. Das machst du ja.

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