Für Heike und für uns
seit Tagen in Gedanken immer wieder bei Dir. Auch denke ich viel an unser Gespräch am 3. März vor drei Jahren, am gleichen Tag vorher, wenige Stunden vorher, am Telefon. Wir redeten darüber, wo wir die Bücher finden, die uns später dann kostbar sind. Einen gefühlten Augenblick später dann die schlimme Nachricht. Und wie an dem Tag, als ich viele Jahre vorher in meinem Briefkasten die Post fand, dass Peter gegangen ist, mit dem ich zufällig nach langer Zeit ein paar Tage zuvor gesprochen hatte, gibt es auch diesmal, an diesem 3. März vor drei Jahren keine Gedanken mehr, die Zeit ein schwerer Brei. Ich glaube mich zu erinnern, dass mein erstes Handeln der Anruf bei Euch, Renate und Ines, war. Und dass wir in der langen Zeit, bis alle von Simon Abschied nehmen konnten, wir Dich gut aufgehoben wissen konnten bei denen, die in Hamburg mit Dir waren.
Die Kraft, mit der Du dem Abschied Form gegeben hast, immer wieder gibst, bewundere ich sehr. aber „Bewundern“ ist der falsche Begriff. Wir sind dann wohl Zeugen, wie sehr Du mit Gott verbunden bist und von Deinem Wissen, dass Simon da irgendwo bei Gott gut aufgehoben ist. Das ist der Trost, den Du brauchst, den wir alle brauchen, die wir ja auch Zeugen von diesem unermesslichen Verlust sind.
Ich kann mich an manches nicht erinnern, was diesen ersten Tag angeht. Dass du schreibst, wie ich mit Gott verbunden bin, jetzt, wo ich es gerade eigentlich nicht bin, finde ich schön. Es geht mir eben wie Hölderlin. Ohne Gemeinschaft geht es nicht, in Gemeinschaft geht alles. Allein wäre ich verloren in diesen Momenten.