21-03-19-CoTaBu-Gammeltag: lediglich Nüsschen und Sarah Kane

Gerade heimgekommen sehe ich dichtes Schneegestöber draußen. So wie heute habe ich lang keinen Tag verplempert. Ich weiß nicht, was ich anfangen soll. Habe mich mittags schlichtweg mit Jutta Rosenkranz‘  DichterInnenbiografien ins Bett gelegt und von hinten angefangen, weil ich nicht mehr weiß, wo ich stehengeblieben war. Letztes Kapitel: Sarah Kane. Sie war mir einmal in Hamburg unter Simons Beständen in die Hände gefallen. Sie hat sich 1999 – 28-jährig – das Leben genommen. Ihr letztes Stück wird im Nachhinein als Ankündigung gelesen. Sehr radikal. Ich greife zu Rosenkranz, um mich von der Verwundung durch die Hemingwaylektüre zu heilen, meine Leselust wiederzugewinnen, die mit Stumpf und Stiel ausgemerzt schien. Mir war pötzlich alles eitel und sinnlos, nachdem dieses leere Geschwatze zu lang auf mich eingewirkt hatte. Ich bin aufrichtig bemüht, solch ein persönliches, verheißungsvolles Buchgeschenk zu würdigen! Vorhin habe ich die Schenkerin unterwegs von Weitem gesehen und mich gleich in die Pedale gestemmt aus Angst, sie könnte mich fragen, ob ich schon dabei bin. Bei Michael Fischlein bekommen. Ich sehe hilflos zu, wie ihn seine Mutter mitnimmt, was wiederum mich gehörig runterzieht. – Am Friedhof Blumen weggeräumt. Sie waren noch bunt, hingen aber traurig in den Vasen nach wiederkehrenden Frösten. Ich habe mit Michaels kleiner Luxusküchenreibe Mandeln und Walnüsse (mitgebracht von daheim) für unseren Guglhupf nächste Woche gerieben, leider noch ohne Erd- und Haselnüsse und ohne Zartbitterschokolade, weil ich sowohl Maske als auch Ersatzmaske vergessen hatte und nicht einkaufen konnte. Hoffentlich erweist sich das Nüsschenthema in Hinblick auf „die Zahlen“ nicht als hinfällig. Ich kann das Wort Zahlen nicht mehr hören.

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5 Antworten

  1. Ines sagt:

    Einerseits kann ich die Zahlen auch nicht mehr hören, andererseits kann ich mich nicht entziehen. Dein Tag passt zum Wetter. Ich denke, die Nüsse hast du nicht umsonst gerieben. Ich freu mich schon.

  2. Renate sagt:

    Das ein Buch so verheerende Auswirkungen haben kann, dass du gleich flüchten musst. Auf deinen Gugelhupf freue ich mich auch sehr. Deine Kuchen sind immer ein Gedicht.

  3. Beate sagt:

    Ich freue mich schon so sehr auf unser Treffen und den feinen Guglhupf! Ich kenne die schlechten Energien, die von einem Buch ausstrahlen, von meinen jüngst gelesenen „Serpentinen“. Auch hier wollte ich es unbedingt vermeiden, mit Christoph ein Gespräch führen zu müssen, der es mir als ein geniales Werk ans Herz gelegt hat

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