Voller Tag und keine Meinung zu Geschlechtsidentitäten

Die Fahrt nach Frankfurt hängt mir noch nach. Ich hätte heute einfach einen ruhigen Tag gebraucht, aber ich habe von früh bis spät vieles gemacht, eigentlich keine Pause gehabt. Es fing mit einer Fahrt zu Ikea an, ich hatte bei Click and Collect was bestellt, auf der Heimfahrt bei Rewe gehalten für einen Großeinkauf, dann zum StmGP, Masken abholen (ich kann jede Woche fünf Masken bekommen, wenn ich den Weg auf mich nehme), im Anschluss bin ich zu meiner Frisörin gelaufen, quer durch Haidhausen. Da saß ich dann zwei Stunden lang. Die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln waren anstrengend. So sind  die Tramlinien  am Stachus gesperrt wegen Gleisrenovierung, also zurück in die S-Bahn bis Hauptbahnhof, um in die U-Bahn umzusteigen. Wenig Leute waren unterwegs.

Die Diskussion zwischen Alina und Janni ist mir auch noch nachgegangen. Janni wollte mit Alina über die Geschlechtsidentitäten sprechen, ihr wohl damit signalisieren, wie wichtig sie Toleranz gegenüber Menschen findet, die (Hirsche???)sich in ihrer Geschlechtsidentität anders definieren. Alina konterte, das sei alles aufgeblasen und affig und als Jania meinte, ganz schlimm fände sie Leute, die sich als „Straight“ gegen diejenigen abgrenzen, die sich gegen trans female, gender queer, etc abgrenzen, meinte Alina, sie sei „Straight“, könnte sich nicht in einen Mann verlieben, der zuvor eine Frau war, weil er keine Kinder zeugen kann. Boing. Janni war sehr enttäuscht. Aus der „coolen Tante“ war eine Spießerin geworden, die noch dazu für die FDP ins Studentenparlament gewählt wurde. Was letzteres bedeute, fragt sie mich auf der Heimfahrt, ich sage kurz und knapp, die FDP war mal eine tolle Partei mit beeindruckenden Köpfen und jetzt ist sie eine Gurkenpartei.Zu den Geschlechtsidentitäten stimme ich Janni vollauf zu: Toleranz ist ein hohes Gut. Aber ist Alina eine Spießerin, weil sie die Diskussion darüber aufgeblasen findet?

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4 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Das überrascht mich jetzt beides, sowohl, dass Alina sich als straight sieht und sie der FDP zugetan ist. Ganz schön spießig. Aber sie ist ja noch im Werden. Ich hab auch den Eindruck, sie wollte Janni absichtlich vor den Kopf stoßen, vielleicht ist sie eine Konkurrentin, eher wie bei Geschwistern.

  2. Heike sagt:

    Da sagt Ines, was, was aus meiner Sicht seit eh und je ein Thema ist. Die Diskussion war wohl weniger ein fruchtbarer Austausch als ein Schlagabtausch? Ich finde Jannis Gedanken eigentlich sehr interessant. Alina weicht von den Ansichten ihrer Generation ab und sagt das, was wir oder unsere Eltern vielleicht dazu denken könnten. Über die Wahl in die FDP falle ich jetzt allerdings auch aus allen Wolken. Ich weiß zwar nicht, was du mit Gurkenpartei meinst, aber für mich steht sie für Etablissement, Überheblichkeit, Wohlstand und alles an Bürgerlichkeit, was mir verwerflich erscheint. Als wir jung waren sah das anders aus.

    • Beate sagt:

      Alina will immer gewinnen, will Wortführerin sein, maßstäblich, tonangebend. Früher war sie cool und links, jetzt hat sie sich noch mal neu „erfunden“, ist in der FDP und schreibt über cancel culture (was für die Linke ein Kampfbegriff der Rechten ist) Zu ihrem Lieblingsthema gehört eben auch diese Identitätsdiskussion. Da ist sie wie ein Panzer, der Dich überrollt, wenn Du widersprichst. Die arme Janni hat es getroffen.

  3. Renate sagt:

    Anstrengend klingt dein Tag, nach der langen Fahrt und der Diskussion. Dass du die Vorkommnisse nicht einfach abschütteln kannst, wundert mich nicht.

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