Alles erledigt

Alles, was heute auf meiner Liste stand, hab ich erledigt, ein gutes Gefühl. Nach dem Yoga war ich mal wieder bei meinem Zahnarzt, der inzwischen seine Praxis mit seinem Sohn gemeinsam betreibt und sich auf diese Weise so langsam zurück zieht. Ich bin echt begeistert von dem Junior, der mich heute behandelt hat. Er ist ein richtig leidenschaftlicher Zahnarzt, auf dem neuesten Stand der Forschung, so scheint mir, und er erklärt so viel und hat zudem Humor, so dass ich mehrmals lauthals lachen musste. Inzwischen sehe ich meine Zahnarztfamilie ja öfter als meine Freunde und irgendwie fühle ich mich schon familiär verbunden mit diesem Team dort. Die Praxis liegt in Maxvorstadt, in der Nähe der Türkenstraße. Heute war dort fast normaler Betrieb. Ich war sogar spontan in einem kleinen Geschäft und habe mir ein Shirt gekauft. Bei dem schönen Wetter hingen viele junge und gut aussehende Menschen dort herum und tranken etwas und unterhielten sich. Aber es waren auch viele ätzende Typen in der U-Bahn und beim Einkaufen unterwegs, die sich entweder lautstark miteinander über die aus ihrer Sicht Verbrecher-Politiker unterhalten haben, ganz krude Sichtweisen kamen da zu Tage. Und andere, die leise vor sich hin schimpften, dass man früher die Leute aufgehängt hätte und all so ein schreckliches Zeug. Ich bleib dann still und gehe meines Weges, andere würden sich vielleicht einmischen, aber so bin ich nicht. Beim Telefonat mit meinen Eltern habe ich erfahren, dass sie heute beide geimpft wurden, was mich richtig freut. Mein Vater war stolz und glücklich, dass er die vorgezogene Impfung sowohl in die Wege geleitet (eigentlich wäre ihr Termin erst Ende April), als auch den Fahrdienst für meine Mutter pünktlich organisiert hat. Den Zug nach Bielefeld habe ich jetzt für mich alleine gebucht und zwar am Gründonnerstag, also nicht schon diese Woche, wie Heike und Beate vermutet hatten. Jetzt ist die Fastenzeit schon wieder fast vorbei. Dieses mal ist mir weder der Verzicht auf Alkohol noch auf Süßes schwer gefallen. Aber ich hab gar nichts an Gewicht abgenommen. Inzwischen find ich es auch nicht mehr so wichtig, mein Idealgewicht zu halten. Wichtiger ist, dass ich mich relativ wohl und kräftig fühle in meinem Körper. Psychisch geht es auf und ab. Heute ist meine Stimmung wieder gut und ich bin zuversichtlich, dass das Leben bald wieder etwas freier wird. Gestern hatten mich die neuesten Bestimmungen ziemlich runter gezogen. Wobei mir immer klar ist, dass ich auf sehr hohem Niveau jammere, denn ich hab keinerlei Existenzsorgen, habe Arbeit, bin sogar geimpft und hab materiell alles, was man braucht, um sich das Leben im Lockdown schön zu machen. Noch wichtiger Freundinnen und einen Hubert zu haben, das ist ein großes Geschenk.

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3 Kommentare

  1. Renate sagt:

    Ein guter und auch noch humorvoller Zahnarzt ist wichtiger als eine gute Friseurin. Dass deine Eltern geimpft sind ist eine große Erleichterung. Das Abnehmen wird von Jahr zu Jahr schwieriger. Aber wie du schreibst, Hauptsache sich Wohlfühlen.

  2. Heike sagt:

    Dass es beim Zahnarzt so lustig sein kann?! Und übrigens habe ich nicht geglaubt, dass du diese Woche fährst, ich hab nur nochmal gefragt, weil Beate es so verstanden hatte. Dein Einblick ins Stadtleben ist krass. Insofern dient es mir zur Information, denn hier in Gern gibt es das ja gar nicht, also bin ich versucht, das als die Norm zu nehmen. Scheint es beileibe nicht zu sein!

  3. Beate sagt:

    Du hast den Zahnarztbesuch mit dem Kauf eines neuen Shirts verbunden, so mache ich das auch manchmal! Viele Leute sind so hundsmiserabel mies drauf, wie gut, dass Du Deiner Wege gehst, es wäre vielleicht sogar gefährlich, sich einzumischen, auf jedem Fall aber sinnlos!

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