Schnee im April

Ich sitze auf dem Sofa im Schliersee-Haus, frisch sauniert und draußen geht die Welt unter. Es schneit unaufhörlich und man kann kaum einen Meter weit sehen. So hatte ich mir den Osterurlaub nicht vorgestellt. That s Life. Am Sonntag bin ich am frühen Abend zurück von meiner Bielefeldreise gekommen. Jedesmal überkommt mich ein Glücksgefühl, wenn ich in München aus dem Zug steige, da merke ich richtig, wo ich gerne bin. Irgendwie fällt etwas Schweres von mir ab und ich freu mich am Blau des Himmels und am Licht. Ich weiß nicht genau, woran es liegt. Hubert hat mir einen schönen Empfang bereitet, so rührend. Unsere Wohnung gefiel mir auch wieder so gut, nachdem ich bei Eltern und Schwester ganz andere Ambientes hatte.  Montag nach dem Frühstück sind wir dann zum Schliersee gefahren und hatten wenigstens am Nachmittag noch Frühlingswetter für eine Runde in Geitau, einem Tal in der Nähe. Am Abend den ersten Spargel des Jahres gekocht mit Lachs und Pellkartöffelchen, so herrlich, dazu frischen Weißwein. Am Abend Tatort und früh ins Bett. Heute dann kleine Einkaufsrunde, waren sogar im Hagebaumarkt in Miesbach, um nach Gartenmöbeln zu schauen. Zumindest wissen wir jetzt, was uns nicht gefällt. Es bleibt ein Projekt. Meine Schwester schrieb, dass meine Eltern schon wieder den Kurs geändert haben. Statt Pflegeheim wollen sie doch erst mal Kurzzeitpflege, damit mein Vater Urlaub machen kann. Sie scheinen beide doch zu viel Angst vor der endgültigen Entscheidung zu haben. Es bleibt also weiter spannend wie es weiter geht. Jetzt wollen wir Trüffeltagliatelle kochen. Das Leben kann so schön sein.

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2 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Gestern fand ich den Begriff „Wintereinbruch“ noch eine typisch mediale Dramatisierung, heute, wie du`s schreibst. Ich verstehe, dass deine Eltern gedanklich allerlei durchspielen müssen. Sobald eine Entscheidung steht wird deutlich, wenn sie falsch ist. Wie sehr du hier in München und am Schliersee angekommen und zu Hause bist!

  2. Beate sagt:

    das Schwierige ist doch, dass es im hohen Alter nicht die perfekte Lösung gibt. An allen Wegen lauern Einwände und das macht die Entscheidung so schwer. schön, dass Du zuhause so angekommen bist!

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