21-04-08-CoTaBu-Blasse Tage und: Ist Nichtstun Zeitvergeudung?

Heute habe ich mich wenigstens einmal vor die Tür bewegt. Habe der Frau, von der ich gestern erzählte, einen Brief geschrieben und dann ihr Haus nicht gefunden. Ich bin zwar relativ sicher, welches es ist, aber sie hat vornehmer Weise keinen Namen an der Tür; ich habe wie auf Diebessohlen den kleinen Vorgarten betreten, mich dann aber davon gemacht. Ich wollte nach zwanzig Jahren dieses Schweigen brechen, nicht mehr auf die Gelegenheit warten, die nie kommt. Jetzt trage ich die Post vielleicht die nächsten zwanzig Jahre mit mir herum. Ich war bei Michael zum späten Frühstück, er hatte Baguette gebacken. Später hing ich hier herum. Wie Renate schreibt, diese Dinge sind bei voller Wohnung kein Vergnügen, und wenn ich dezimieren will kommt mal hier ein Tütchen und da ein Täschchen zum Müll, mehr passiert da nicht. Später literarisch in Afrika gewesen, ich wäre also gut präpariert fürs Haus der Kunst. Aber morgen geht`s zu Ikea. Ich habe mich unendliche Stunden mit diesem Programm herum geschlagen. Selten kommt der Korb oder die Schublade auf Anhieb durch Anklicken. Am Ende ist das Innenleben vielfach den Scharnieren im Weg. Jetzt muss es werden, sonst beiße ich in die Tischkante. Geruhsame Lesestunden zwischendurch; ich darf nur nicht schauen, wie`s um mich herum aussieht. Keine Ahnung, was aus dem Brückenlockdown werden soll.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

5 Antworten

  1. Ines sagt:

    Ach wie doof, dass du den Brief nicht an die Frau geben konntest. Vielleicht schreibst du die Adresse auf Kuvert und schickst ihn mit der Post. Es könnte ja sein, dass ihr Name nur auf dem Briefkasten innen steht. Ansonsten macht es mir zwar immer riesigen Spaß, deine Beiträge zu lesen, weil du so herrlich bildhaft schreibst, aber dennoch ist herauszuhören, dass die Umbauaktion ganz schön ätzend ist. Ich hoffe, ihr seid erfolgreich bei Ikea und der Energieschub kommt noch, der jetzt nötig ist, um das Ganze umzusetzen. Ach je.

  2. Renate sagt:

    Wenn du bereits im Vorgarten gewesen bist, hast du die Adresse doch. Nachbarn fragen wäre noch eine Idee. Ich verfolge die Ikea-Story mit Spannung.

    • Heike sagt:

      Oh Gott, Nachbarn fragen käme für mich nicht in Frage!!! Gerade, wenn sie zu fein sind für ein Namensschild!

    • Heike sagt:

      …vergessen zu schreiben: ich war im Vorgarten, war aber nicht 100% sicher, ob es der richtige war. Gerade, wenn ich mit der Frau 25 Jahre kein Wort gewechselt habe konnte ich ihr unmöglich anderweitig auf den Pelz rücken…wo sind eure Lachegesichter immer???!!!

Schreibe einen Kommentar zu Renate Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert