21-04-17-CoTaBu-Ein Samstag mit Hirschau, Putz und Ärger um Fabian
Heute habe ich frühmorgens Michael aus dem Bett geklingelt, damit wir beim Spaziergang unter den Ersten sind. Diesmal die Hirschau ausprobiert. Soviele freundlich grüßende Männer mit Hunden, die genauso aussahen wie sie. Sogar die Maserung des Fells glich dem Muster ihrer Kleidungsstücke. Auf dem Rückweg wurde ich eine Riesentasche mit Jacken, Mänteln und v.a. tadellosen Anzügen los, frisch gereinigt. CDs und Bücher hatte ich vergessen. Danach gab es Salatfrühstück und später Großaufräume zur Vorbereitung auf Ursula. Zwischendurch unterbreche ich meine eigentliche Lektüre zugunsten eines Jugendbuchs einer Virginia E. Wolff im sozialen Brennpunkt; stilistisch aufgrund massenhafter Adjektive kein Kleinod, thematisch durchaus relevant, wenn auch überzogen. Fabian, der sich im Januar für Anfang März ankündigte, bezog heute bei Michael Quartier. Vorher kein Wort darüber, dass er hustet und schnieft. Als wir gemeinsam am Tisch saßen waren wir bedient. Wenn ich etwas sage besteht Explosionsgefahr. Ich bin sofort nochmal nach einem Test losgeradelt. Fabian reagierte wie von der Terantel gestochen, wie auf Stromschläge, als ich mit dem Stäbchen noch nichtmal in der Nase war. Das kitzele so wahnsinnig, ich solle einfach rein damit, nicht so rumtun. Sei es, dass er auf mich hochallergisch oder – Ariane würde sagen: hochsensibel – reagiert: Ich habe das Zeug weggepackt, bin gegangen, habe die Verhandlung Michael überlassen, der schon zu mir sagte, für ihn bedeute das jetzt erstmal Quarantäne. Er passt das ganze Jahr auf und jetzt das. Es ist zum Kotzen. In der Schweiz richte sich niemand nach diesen Dingen. Ich habe ein Schnelltestzentrum im ZOB gefunden: sieben Tage die Woche je 12 Stunden, nur mit Registrierung, kostenlos, ohne Termin. Das wird morgen der erste Gang sein.
Nicht zu fassen, wie leichtfertig Fabian ist. Kein guter Stern für den Besuch gleich zu Anfang. Kann man aus der Schweiz einfach so einreisen ohne Test? Zum Spaziergang am Morgen : die Ähnlichkeit zwischen Hund und Herrchen ist dort im Englischen Garten vortrefflich zu beobachten.
Fabian ist einfach eine Katastrophe. Wenn es gelingt, alles „Schwierige“ zu umschiffen, kann es mal nett und lustig werden. Aber er ist einfach – und das leider von Kindesbeinen an – zu keiner Anpassung fähig. Nein, zu keiner stimmt nicht. Aber das sprengt hier unser Format. Es ist in diesem Fall mehr als leichtfertig, es ist rücksichtslos, ignorant und dissozial.
das Testzentrum ZOB, ist es das bei der Hackerbrücke? Das ist Klasse! ich habe schon ein paar Mal davon gehört, dass in der Schweiz ein lässigere Haltung Usus ist, das erinnert mich an die Erzählungen von Alina, die in Schweden eine andere, lässige Haltung erlebt hat. Nichts desto trotz hat mich es richtig sauer gemacht, wie rücksichtslos sich Fabian gezeigt hat
Das Menschen ihren Hunden ähneln habe ich schon oft fest gestellt. Ebenso ist es bei Ehepaaren, die schon ewig zusammen sind. Ob Fabian positiv ist scheint noch nicht sicher. Sein Verhalten ist auf jeden Fall rücksichtslos.