Kuchen, grauer Tag

Christoph hatte seinen Geburtstagskuchen bei mir vergessen und ich hatte keine Lust, ihn ihm nachzutragen. Gemeldet hat er sich auch nicht und so blieb er als Versprechen, ihn am Abend zu genießen, in meinem Kühlschrank . Auf ein kurzes Frühstück habe ich mit Semmeln vom Rigoletto bei Sirena vorbei geschaut, danach Couch, Presseclub angeschaut, Spiegel gelesen, am späten Nachmittag zu einem Spaziergang bei trübem Wetter aufgebrochen. Kalt war es, ich habe richtig gefroren, als ich heim kam. Eine Pizza in den Ofen geschoben, zur Hälfte aufgegessen, mich auf den Kuchen gefreut. Christoph hatte sich noch immer nicht gemeldet. Leider, leider war der Kuchen matschig und gar nicht mehr lecker. Grauer Tag, bleibender Kummer, matschiger Kuchen, manche Tage sind ein einziger zäher freudloser Brei. Vor der Tagesschau um acht Uhr bin ich von einem Moment auf den nächsten tief und fest unter meiner Wolldecke eingeschlafen. Morgen, nein heute, ist ein neuer Tag.

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3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Tja, dann gibt`s solche Tage also nicht nur bei mir. Wobei ich gestern diesen NICHT-TAG gar nicht so schlimm empfunden habe, sondern als notwendigen Aussetzer nach dem vorgestrigen Desaster. Jammerschade, dass nicht mal der Kuchen gehalten hat, was er versprach.

  2. Ines sagt:

    Ich finde auch, dass es solche Tage gibt, die man als freudlosen Brei empfindet, wie du schön anschaulich beschreibst. Irgendeinen Nutzen werden diese Tage schon haben und sei es nur der, dass es am nächsten Tag besser ist.

  3. Renate sagt:

    Ich mag diese trüben Tage. Matschiger Kuchen muss nicht sein, sonst klang dein Tag ganz passabel

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