21-04-20-CoTaBu-Mehr Politik als Arbeit – Brandgefahr + Nachbarschaft

Im Hospiz Postkarten sortiert. Auf die wenigen Abstriche gestürzt. Glänzend unterhalten, insbesondere über die K-Frage. – Gestern tauchte hier nach wochenlanger Pause eine Stinkwanze auf. Heute früh schnupperte ich Kokelgeruch, den ich gestern schon wahrnahm, aber nicht orten konnte. Beim Wasseraufsetzen war der Kocher glühend heiß. Es hätte locker einen Brand geben können. Das Kontrolllicht hatte nicht geleuchtet, die automatische Abschaltfunktion versagt. Gerade nochmal gutgegangen. – Abends war „mein“ Fahrradplatz auf dem Speicher besetzt. Nanu? Ich habe mich mit Rad und Einkauf verkeilt, sodass das andere Rad umfiel. Ich war verwundert. Wer macht sowas? Abends hat meine Nachbarin von nebenan geklingelt (sehr ungewöhnlich!), um zu erklären, was es damit auf sich hat. Ich konnte beichten, dass mir ihr Rad umgefallen ist. Wenn sie es an ihren Speicher stellt, lässt eine andere Nachbarin ihr regelmäßig die Luft raus. Wir haben eine halbe Stunde geratscht. Sie wohnt genauso lang im Haus wie ich, allerdings erst seit einem Jahr hier oben. Sie ist Zeugin Jehovas. Ihre eine Tochter „ist nicht mehr ihre Tochter“ und wird nicht mehr erwähnt. Die andere blieb nach der Geburt durch Hirnhautentzündung schwerst mehrfach behindert und ist vor Jahren gestorben, Simons Jahrgang. Frau Osko ist als Hauspolizei gefürchtet, sie kann sehr böse sein. Ich hoffe, sowas taucht nie zwischen uns auf. Spannend: Der Ausschnitt ihrer Wahrnehmungen in all den Jahren wirft ein anderes Licht auf manche Situationen im Haus. So nett der Ratsch war, so vorsichtig bin ich mit ihr oder überhaupt mit Nachbarn. Ich halte konsequent Distanz, sodass Rückzieher unnötig sind und ich mit allen friedlich lebe.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

5 Antworten

  1. Beate sagt:

    dass Du Distanz zu den Nachbarn hältst, verstehe ich gut! Ich halte es genauso. Lediglich mit den Familien, bei denen Alina auf die kleineren Kinder aufgepasst hat, habe ich losen Kontakt .

  2. Ines sagt:

    Ich bin erstaunt, dass du dein Fahrrad auf den Speicher stellst, draußen scheint es für Fahrräder eine gefährliche Gegend zu sein. Hast du das umgekippte Fahrrad nicht wieder aufgehoben? Nachbarn, die Hauspolizei spielen, hatte ich bis jetzt in jeder Mietwohnung. Hier im Eigentum zum Glück nicht mehr. Freundschaften zu Nachbarn würde ich auch nicht empfehlen.

    • Heike sagt:

      Einmal hatten beide Kinder ein neues Fahrrad. Es war noch amselben Tag weg. Außerdem hatten wir hier einigen Vandalismus. Das ist besser geworden. Er sitzt mir aber noch in den Knochen. Deshalb habe ich mich auf dem Speicher eingerichtet, andere auch. Und: selbstverständlich habe ich das Fahrrad wieder aufgehoben und das leicht verschobene Schutzblech in Stellung gebracht. Aber wer weiß….Frau Osko wird beim ersten Aufsteigen aufpassen. Meines ist jedesmal reparaturreif, wenn es umgefallen ist. Dass ihr das mit den Nachbarn auch so haltet wundert mich. Dann mache ich also alles richtig. Im Hospiz sind manchmal die besten oder gar die einzigen Freunde die Nachbarn.

  3. Renate sagt:

    Passen in den Lift Räder? Mir kommt der so klein vor oder gibt es da einen Trick. Freundschaften im Haus hier habe ich auch nicht. Als ich noch am Hirschgarten wohnte, hatte ich eine ganz tolle Nachbarin und auch Freundin. Die Abende mit viel Aperol Spritz vermisse ich.

    • Heike sagt:

      Ich fahre rückwärts noch rechts hinten in den Lift, stelle das Fahrrad diagonal und den Vorderreifen biege ich im rechten Winkel nach links, so kann sich die Tür gerade so schließen.

Schreibe einen Kommentar zu Heike Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert