Sonnentag daheim
Am Vormittag habe ich viel Zeit auf meinem Balkon verbracht: Welke Blätter ausschneiden, gießen, Polster richten, Zeitung lesen im Sonnenschein. Um 11.00h wollte ich mir eigentlich den Lifestream von „Weiberdatschi“ anschauen, konnte aber den Link nicht öffnen.Das ärgerte mich sehr („Nix klappt!….“) Mittags klingelte das Telefon, Birgit und Uwe aus Berlin riefen an, Kollegen, mit denen ich viele Jahre lang zusammengearbeitet hatte und viele Abende „after work“ zusammensaß, wenn wir im gleichen Hotel übernachtet haben. Den beiden geht es finanziell sehr schlecht, wie allen Leuten, die freiberuflich im kulturellen Bereich arbeiten. Die Tochter Milena schreibt gerade Abitur, was derzeit auch belastend ist. Die düsteren Schattenseiten, die mit Corona einhergehen, drangen eine knappe Stunde an mein Ohr, gepaart mit bissigem Witz, der mich auch zum Lachen brachte.
Am Nachmittag besuchte mich Sirena. Janni war mit einer Freundin unterwegs und wir beiden saßen auf dem Balkon in der Sonne, aßen Frühlingskostbarkeiten wie Zucchiniblüten und Cedrisalat. Nach einem Jahr Krankheit, das noch nicht überwunden ist, wünsche ich ihr so sehr Ruhe nach der Aufregung und Aufbruch nach dem Tief
Milena…der poetische Name lässt gleich an Kafka denken: „Man müsste, Milena, Ihr Gesicht zwischen beide Hände nehmen“ (höre ich grad öfters in einer Vertonung von Briefen. Abitur will kein Mensch in diesen Zeiten schreiben. Dein Sonntag klingt eigentlich beschaulich, bis du auf Sirena zu sprechen kommst – immer, immer in Sorge. Dass ich zu Longcovid gründlich gelesen habe, hab ich dir ja geschrieben. Ich wollte jetzt nicht nochmal, trotzdem danke für den Link.
Eine Abiturientin aus unserer Wohnanlage berichtete mir neulich, dass dieses Jahr alle ein viel besseres Abitur machen werden als ohne Corona, weil es so viele Zugeständnisse gibt. Sie selbst rechnet mit 1,0.
Du bist auch eine Balkongenießerin. Zucchiniblüten und Cedrisalat ich habe beides noch nie gegessen.