Ereignisloses Wochenende und Umzug ins Heim

Der gestrige 1. Mai war nicht besonders ereignisreich, deshalb hab ich nicht mehr geschrieben. Wir sind in München geblieben, bei dem Wetter macht es auch in Schliersee nicht so viel Spaß. Gestern viel in der Wohnung gewurschtelt und auch Pläne über Veränderungen gemacht, die noch anstehen. Ich habe zwar noch nie so schön und komfortabel gewohnt, aber es gibt immer noch etwas zu verbessern. Statt im Rahmengeschäft haben wir einen Rahmen im Internet bestellt für einen Bruchteil des Geldes, mal sehen wie der aussieht. Außerdem nach Polsterauflagen und Outdoorteppichen recherchiert, aber keine Entscheidung getroffen. Hubert findet beides nicht wichtig, vielleicht konnte ich mich deshalb nicht durchringen, etwas zu bestellen. Die größten Neuigkeiten gibt es aus Bielefeld. Meine Mutter wird am Freitag nächste Woche ins Pflegeheim umziehen. Es ist ein Platz frei geworden, und man musste sich schnell entscheiden. Jetzt heißt es alles für den Umzug vorbereiten, was nimmt sie mit an Möbeln, an privaten Sachen, Kleidung etc. Wieder mal bin ich froh, dass meine Geschwister und mein starker Neffe vor Ort sind und anpacken. Obwohl meine Schwester extrem viele Belastungen zusätzlich hat. Ihr Mann wurde gerade an der Prostata operiert und ist noch krank geschrieben, ihr jüngerer Sohn, der mit der Epilepsie, liegt im Krankenhaus in Magdeburg, wo er sich hat am Gehirn operieren lassen, in der Hoffnung, die Anfälle dadurch zu stoppen. Sie selber hat Stress in der Arbeit und gerade einen Hörsturz gehabt. Aber das alles scheint sie gut zu verarbeiten, sie ist unglaublich belastbar, ähnlich wie mein Vater immer war. Ich werde gleich mal mit ihr telefonieren. Was den Umzug unserer Mutter angeht, bin ich sehr zwiespältig. Einerseits ist es wirklich allerhöchste Zeit, denn mein Vater geht vor die Hunde. Andererseits ist es ein Abschied, bei dem alle wissen, dass sie nicht mehr zurückziehen wird in ihr Haus. Sie hat das Haus geerbt, das ihr Vater 1936 gebaut hat, in ihrem Geburtsjahr. Sie hat, bis auf eine Ausnahme von einem Jahr, nie woanders gelebt. Für mich und uns alle war sie in unserem Elternhaus immer der Mittelpunkt, das Zentrum, wo sich die Familie versammelt hat, wo viel Geborgenheit war und jede/r immer willkommen war. Das wird sich nun ändern.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

3 Antworten

  1. Heike sagt:

    Dass deine Mutter umziehen muss ist eine traurige Entscheidung. Aber es IST eine und sie wird nicht durch ein plötzliches Geschehen außerstandes gesetzt, überhaupt aktiv ja oder nein zu sagen. Deine Schwester ist sicher belastbar, aber als die Tochter vor Ort bleibt ihr auch keine Wahl! – Zum Thema Rahmen: in früheren Jahrhunderten war der Beruf des Vergolders der mit der längsten Lehrzeit, ein sehr diffiziles Gewerbe, wie ich von Bine und Peter weiß. Der Rahmen ist viel mehr als das, keine Beigabe, sondern ein eigenes Kunstwerk.

  2. Renate sagt:

    Hat deine Mutter die Entscheidung, in ein Pflegeheim zu gehen, mitgetroffen? Alle Achtung vor deiner Schwester. Der Hörsturz zeigt allerdings wie belastet und gestresst sie ist.

  3. Beate sagt:

    Dass Deine Mutter Abschied von dem Haus nehmen muss, in dem sie seit ihrer Geburt lebte, ist traurig, aber nach alledem, was Du vorher geschrieben hast, eine gute Lösung, nach einer langen Zeit, in der die Entscheidung sehr schwer fiel.

Schreibe einen Kommentar zu Heike Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert