21-05-18-CoTaBu-Dekanekonferenz zu Diversität, Neuerung+ Nachklang

Ich sitze beim zweiten Glas Rotwein. Heute saß ich 15:00 vor einer Zoomkonferenz des Dekanats zur christlichen Spiritualität für Trans-, Inter- und sonstige diverse geschlechtliche Identitäten. Ich habe einen zweistündigen, phänomenal guten (differenziert, mit unglaublich viel sachlichem Wissen unterfütterten) Vortrag eines erfahrenen Experten gehört, der sein Leben diesem Thema widmet. Keine Hitzigkeit, keine Indoktrination und am Ende: die Position der Kirche. Niederschmetternd! Bereichernd! Zwischendurch übermannte mich Müdigkeit und ich habe mich ausgestreckt, mittlerweile hab ich den richtigen Winkel drauf. Auf Nachfrage brachte er auch Ideen für die Sprache der Kirche. Ich wusste nicht, dass es zu diesem Thema soviel Expertise gibt. – Dann habe ich mir selber was gekocht. Pesto dick verschimmelt; Ersatzglas gefunden, auch schon zwei Jahre überfällig. Hat trotzdem geschmeckt. Nudeln mit Pesto, Sonnenblumenkernen, Champignons und Kapern. – Heute hatte Christine ein absurd verschraubtes Schreiben vom Ministerium an Gregor geschickt. Jetzt gilt bei uns, was Anneliese schon wusste. Abstriche nur für nicht vollständig Geimpfte usw. Mir geht das zu schnell. – Michael geht in die Annalen des Marienstifts ein. Jetzt kennen ihn alle und flüstern, dass er der Bahnbrecher war. – Immer noch geht mir Systemsprenger nach. Noch mehr diese ärgerliche Einlage des Psychologen hinterher mit den Binsenweisheiten. Am meisten hat mich geärgert, wie der sagte: diese Kinder würden teilweise fixiert, von Sanitätern überwältigt. So haben wir es ja gesehen. Er sagte wörtlich: „Das ist grotesk“. Was diese Kinder brauchen….spätestens da lag die Vermutung nahe, dass er an seinem Schreibtisch vielleicht noch nie mit dem Messer bedroht wurde oder verantworten musste, dass so ein Kind sich den Hals aufschlitzt. Er kam wie ein naseweises, unerfahrenes Milchgesicht mit Pokerface rüber. „Diese Kinder brauchen Bindung, Stabilität. Liebe“. Wie denn? Aufkosten aller anderen, die dadurch gefährdet werden? Er prangerte das „Abschieben“ an. Geht`s noch?

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6 Antworten

  1. Beate sagt:

    Die Inhalte des Vortrags interessieren mich sehr und vor allem auch die Position der Kirche! Vielleicht können wir uns mal darüber unterhalten? Systemsprenger hab ich immer noch nicht angeschaut, aber das naseweise Milchgesicht kann ich mir schon vorstellen. Blasiert, kenntnisfrei und hassenswert

    • Heike sagt:

      Ja, wir kiegen die PP-Präsentation. Die kirchliche Position ist – sachlich vermittelt von jemandem, der eigentlich für Veränderung kämpft – für mich eine Überlegung wert, wirklich letztlich noch in diesem Leben auszutreten.

  2. Renate sagt:

    Systemsprenger habe ich nicht angeschaut. Abstriche nur für vollständig Geimpfte, warum nur für die?
    Ich habe es in der SZ anders gelesen, wie bereits unter deinen Anneliesetext geschrieben.

    • Heike sagt:

      Da habe ich mich widersinnig ausgedrückt. Ich ändere es gleich, wäre ja absoluter Blödsinn. Vielleicht habe ich ein Wort rausgenommen oder so.

  3. Ines sagt:

    Wie sich die Kirche zu den diversen geschlechtlichen Identitäten stellt, interessiert mich auch sehr. Seit Luisa mit der non-binären Sofia zusammen ist, begegnet mir das Thema immer wieder. Wir haben heute auch noch viel über Systemsprenger geredet, hat sehr nachgewirkt. Auf jeden Fall gibt es keine einfache Wahrheit.

    • Heike sagt:

      Vielleicht habe ich die Präsentation, bis wir uns treffen. Ja, ich denke jetzt auch dauernd über den Film nach. Und ja, seit Luisa non-binär war haben wir dazugelernt miteinander, bloggend.

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