Maja und Sören

Ich sitze in der Sonne mit Blick auf den Schliersee. Da es Hubert nach seiner gestrigen Impfung nicht zu schlecht geht, haben wir uns kurzfristig entschieden her zu fahren. Gestern erst bis halb zwei im Kinderzentrum gearbeitet und am Nachmittag mit Suppe und einem Haufen kleiner Geschenke zu Maja aufgebrochen. Zunächst waren wir wirklich nur zu dritt in heiterer Stimmung bei Kaffee Apfelkuchen und Cava (Spanischer Champagner). Bernd in mit seinen Freunden mittags nach Mallorca geflogen (für Heike). Videoanruf von Jaron machte die Familie kurzfristig komplett. Sören war mal wieder sehr unterhaltsam und eloquent. Die gute Stimmung täuscht aber darüber hinweg, dass es ihm richtig schlecht geht. Er hat sich von seinem Vater und dem spirituellen Zentrum in Aham getrennt und den Kontakt abgebrochen. Die Vorgeschichte des ganzen ist zu aufwändig zum Schreiben. Seine Praxis und seine Wohnsituation hat er total runter kommen lassen und zudem ist über seiner Wohnung in der Agnesstraße eine bulgarische Familie mit 2 Kindern und rauchender Großmutter eingezogen, die so laut sind, dass die Wände wackeln. Eigentlich müsste er umziehen, aber das wäre ein zu großes Projekt, weil jedes der 4 Zimmer und der Keller bis oben hin voll gestopft sind mit Zeug, das er nicht wegschmeißen kann. Er hat gewisse Messi-Anteile. Das alles erzählte er mir ausführlich, als wir am Sendlinger Tor noch zusammen standen. Ich bin dann nach Hause in unsere wohl sortierte Maisonettewohnung und war umso froher, dass ich nicht mehr mit Sören zusammen lebe,  wenngleich er mir schon sehr Leid tut. Aber ich kann ihm jetzt nicht mehr helfen. Früher konnte ich ihm auch schon nicht helfen. Eigentlich ging es ihm immer schlecht. Ich schicke euch noch ein Foto von gestern.

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3 Antworten

  1. Heike sagt:

    Ach, Ines, das ist eine traurige Betrachtung! Hätte er dir damals ein paar Sachen mehr mitgegeben, wäre wahrscheinlich alles Mögliche nachgewachsen. So hat eure Trennung für dich mehr von dem gebracht, was dir entspricht als umgekehrt. Auf dem Foto strahlt ihr alle, du in meinem LieblingsT-Shirt.

  2. Beate sagt:

    ja, es klingt sehr traurig, was Du schreibst. Und auch recht aussichtslos.Klingt danach, als klebe das Unglück schwer wie Pech an ihm. Das Foto auf WhatsApp schaut daneben so positiv aus!

  3. Renate sagt:

    Eine strahlende Tochter auf dem Foto. Ich kenne deine Verhältnisse von früher zu wenig. So wie du heute schreibst, hat dein Mann die Chancen, die sich ihm geboten haben, für sich nicht genutzt oder nicht nutzen können.

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