Straffes Programm in Bielefeld
Liege im Hotelbett in Bielefeld. Eine Affenhitze immer noch um kurz vor Mitternacht. Heute früh um 8:30 Uhr nach dem Frühstück losgefahren. In der Mitte der Strecke übernahm ich das Steuer. Hundert Baustellen und ein Stau, sowie zwei kurze Pausen und dann waren wir gegen 15 Uhr hier im Hotel. Eingecheckt und dann gleich weiter zur Mutter ins Pflegeheim gefahren, wo auch mein Vater war. Sie ist sehr schwach und kämpft mit ihrer schweren Krankheit, die sie unbeweglich macht und ihr den Atem und die Kontrolle über ihren Körper nimmt. Sie braucht bei allem Hilfe. Am Schluss musste ich weinen, als sie meinte, das Leben wäre nicht mehr lebenswert, sie wäre bereit zu sterben und wir sollen dann nicht so traurig sein. Gegen 18 Uhr wurde sie zum Abendessen vom Pfleger geholt. Dann sind wir gefahren. Danach noch in der Bielefelder Innenstadt in einem italienischen Lokal gespeist und wieder mal beeindruckt davon, wie freundlich die Bedienungen hier sind im Vergleich zu München. Das Mädchen, das uns bedient hat, war fassungslos, als ich ihr 5 Euro Trinkgeld gab, so süß, wie sie sich gefreut hat. Dann Maja vom Bahnhof abgeholt (sie fuhr Zug weil sie noch ein Seminar hatte, fährt mit uns zurück) gegen halb neun und mit ihr zu meiner Schwester, wo wir noch ein Glas Wein in ihrem total sterilen Ambiente tranken. Jetzt bin ich echt kaputt und aufgeweicht, sowohl von der Hitze als auch von den Emotionen.
Ach Ines, da muss ich gleich mitweinen. Nie vergesse ich deine erste Aufstellung und deine Charakteristik, aber wie sich dein Bild gewandelt hat! Gesehen habe ich sie nur einmal, deine strahlende Mutter. Wie passt die Sterilität ins Bild? Ist deine Schwester NOCH ordentlicher, noch sauberer (als du und jetzt ihr???)?
Ein Abschied, dem noch weitere folgen können. Dabei dachte ich, es war Dir das Herz so schwer, dass ich beim Lesen auch ganz traurig wurde