Wieder in München

Wieder in München. Das Wochenende war so voll bepackt, dass ich kaum hinterher komme. Meine liebe Mutter dreimal in ihrem neuen Zuhause besucht. Der Abschied war jedes mal am Schwersten. Auch heute musste ich wieder weinen, als meine Mutter Maja beim Verabschieden ein schönes Leben gewünscht hat. Kein „bis bald“ oder „bis zum nächsten Mal“ ist gefallen. Das Heim ist ganz in Ordnung, aber die Mitbewohner sind gruselig. Sie sitzen irgendwo herum, jeder starrt vor sich hin, keiner redet, alle strahlen Lebensmüdigkeit aus. Eine Frau wirkte lebendiger, war aber offensichtlich durchgeknallt. Sie erzählt allen, meine Mutter sei Französischlehrerin. Gestern waren wir nach einer grausam heißen Nacht erst in der schönen Altstadt frühstücken und shoppen, da kam Urlaubsfeeling auf. Später trafen wir Maja und meine Schwester, die ebenfalls in der Stadt Kleider gekauft haben. Gemeinsam einen Mittagssnack eingenommen, dann zu Mutter ins Heim. Es war so unglaublich heiß und drückend, dass wir von der Terrasse des Heims, auf der wir anfangs saßen, rein flüchten mussten. Meine Mutter wollte viel von Maja wissen. Ob sie vor hat, Bernd zu heiraten, war eine ihrer Fragen. Ich glaube, sie möchte alle ihre Lieben gut versorgt wissen, wenn sie nicht mehr da ist. Danach noch bei meinem Vater im Elternhaus vorbei gefahren, der aber gerade einkaufen war. Da noch Zeit war bis zur abendlichen Einladung bei meinem Bruder und Familie in deren riesigen Garten, sind wir noch mal zum Hotel und haben uns mit Weingläsern an den Bach in der Nähe des Hotels gesetzt und die Füße in das eiskalte Wasser gehalten. Dann zum Bruder, der Flammlachs auf dem offenen Feuer zubereitet hatte, vorher Fußball schauen, Erdbeerbowle trinken, mit allen der 14 eingeladenen Gästen ( Alles engste Familie) reden. Ein perfekter Abend. Nachts kam das erlösende Gewitter, und heute früh zum Frühstücken zur Schwester, Maja einsammeln, zum Heim und dann auf die Autobahn. Um 17 Uhr in München angekommen, alles auspacken und dann noch zum Giesinger Garten geradelt für einen Salat und Münchner Schnitzel. Gerade noch Tagessschau und Polizeiruf geschaut, der witzigerweise in Sendling spielte, und schon ist das Wochenende rum. Ich bin froh, dass wir da waren, auch wenn es schmerzlich war. Im August werde ich wieder hinfahren, wenn sie noch durchhält bis dahin.

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3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Das klingt sehr, fast übervoll! Wie ihr das geschafft habt, all das Unterschiedliche in Eins zu bringen!? 14 Menschen enge Familie überschreitet meine Vorstellungen, wir sind so Wenige (geworden). Die Frage deiner Mutter an Maja zeigt ihre tiefwurzelnde, vertrauensvolle Einstellung: Heirat ist etwas Gutes und bedeutet Versorgung – etwas Wünschenswertes. Füße im Bach, Flammlachs, Bummeln, ein erfüllendes Wochenende.

  2. Beate sagt:

    Als meine Mutter sehr krank war, bin ich auch immer shoppen gegangen, sobald ich von ihr weg war. Den banalen, eitlen Bedürfnissen nachkommen hat etwas irdisch Tröstendes an sich. Ein Teil meiner Familie (väterlicherseits) ist auch groß. Es ist sehr schön, wann immer ich sie um mich habe.

  3. Renate sagt:

    Vom Altenheim am Entenbach, in dem meine Tante war, kenne ich deine Beschreibung.
    Deine Verwandtschaft, 14 Personen, würde ich toppen, mütterlichseits. Du hattest prall gefüllte Tage, wie dein Text zeigt.

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