21-07-23-CoTaBu-Kostenz – Entspan-nung an der Basis – Lese- + Haikukreis
Kostenz ist Vergangenheit. Es war weniger schlimm als angekündigt. Wer etwas sagte, flüsterte; alle machten mit, aber niemand wollte sich exponieren. Es war das dritte Mal. Beim erstenmal war ich die Allergrößte, narzisstisch in den Olymp erhoben; beim zweitenmal an Wände gelaufen, wie geteert und gefedert. Diesmal kein Superlativ, weder nach oben noch nach unten. Insgesamt mit der weiten Fahrt ist es ein großer Akt. Die Bezahlung prima, dazu Fahrtgeld, aber letztlich macht es nur Spaß, wenn man sich nicht verausgabt für ein lauwarmes Gefühl. – Mein Arbeitstag gestern brachte Entspannung. Wir gingen offen und freundlich miteinander um. Eiszeit vorbei? – Gestern wurde ich von einer Anruferin schwach angeredet: ob wir auch diesen ganzen Coronaschwachsinn mitmachten, da würde man besser seine Kranken selber zu Hause versorgen und sie hätte sich schonmal bei uns eine ganze Menge Kacke anhören müssen. Ich sagte ihr, das wundere mich nicht, so wie sie mir begegne. Sie hängte ein. – Abends hatte ich meinen klitzekleinen Lesekreis (idyllisch am Brunnen mit zwei Damen, eine hatte abgesagt – die gerade in der Welt unterwegs ist und für dolle Institute den Nachlass ihres Mannes aufbereitet), der unangenehme männliche Teilnehmer hatte günstigerweise kurzfristig abgesagt. Wir sollten ihn beim nächsten Mal nicht vergessen. Wir haben weitergelesen in „Die letzten Tage meines Vaters“ von Issa, wahrhaftig eines der kostbarsten Bücher, die ich beherberge. Haiku am Rand, kalligrafische Zeichnungen und (buddhistische) Weisheit, in schlichte Worte gefasst. Danach zum Haikukreis gehetzt, der erstmals wieder in Präsenz stattfand. Leider nur drei Teilnehmer. Die Hybridschalte funktionierte nicht, es wurde sehr stressig, bis das beendet war. Erquicklich war es, hinterher in der Müllerstraße einen Dürüm zu verspeisen, nicht in der Hans-Sachs-Straße, wo alles nur so wimmelte im buntesten Teil Münchens.
Besser als vorhergesagt gelaufen. Was hast du dir für Gedanken gemacht? Das ging jetzt doch schnell mit der Entspannung. Hat sich für mich im Gespräch und Blog anders angehört. Besser ist es allemal.