21-07-27-CoTaBu-Alte Muster, Jakobstage und Küchenanstrich

Ines schrieb von alten Mustern. Bine war früher eher still. Jetzt schweigt sie oder hört nicht mehr auf. Ich kenne das von Logorrhoikern. Jakob sagt, ich gebrauche das Wort inflationär. In vielerlei Hinsicht allerdings herrschen alte Muster. – Jakob hat das Wohnzimer gewählt. Auch er meidet offenbar Simons Zimmer. Wir thematisieren das nicht. Gestern haben wir uns von Michael bekochen lassen, was zwar wunderbar war, aber nicht ganz so geschmeidig von der Hand ging. Michael ist geschafft von den ungewohnten Gästen (und sowieso von seiner Mutter) und es ist naturgemäß anders, wenn das Haus voll ist als wenn er den ganzen Tag seinen eigenen Dingen nachgegangen ist. Als wir heimkamen habe ich erst am Mülleimer in der Küche, der mit Abdeckfolie voll war, erkannt: die Küche war gestrichen. Was für eine Überraschung! 2008 ließen Michael und Jakob die Pinsel sinken und verkündeten, sie würden „morgen“ weitermachen. Es war schon recht dämmerig, aber auf den ersten Blick sah es fabelhaft aus. Ich will jetzt nicht nachbohren, was Jakob alles abgehängt oder wo er drumrum gestrichen hat. Ich selber werde mich zu solchen Dingen wohl kaum mehr je aufraffen, zu lang habe ich mich verwöhnen lassen. Wenn ich mich auch erinnere, dass es große Befriedigung bedeutet, diese Dinge in die Hand zu nehmen. Da wir immer Michael hatten und sich niemand darum riss, sind wir alle bereitwillig in die Abhängigkeit gegangen. Auch alte Muster, und das, obwohl ich mütterlicherseits ganz anders erzogen wurde! – Da wir nicht aufnehmen verläuft mein Hospiztag mit viel Druck von außen – unbefriedigend. Telefonate ohne Ende. Ein Sohn, der kurz vorm Nervenzusammenbruch steht. Ich habe Frau Dr. Levin dazugezogen, was nichts gebracht hat. Immerhin habe ich die Einschätzung ärztlicherseits abgesichert. Er tut mir den Gefallen und nimmt heute noch einen Termin bei seinem Hausarzt wahr, der ihn schonmal in einer Nervenkrise behandelt hat und vor dem WE nicht konnte.

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3 Kommentare

  1. Renate sagt:

    Durch Corona sind viele !Menschen etwas aus dem Tritt. Michael lange fast ohne Gäste und dann wieder full house. Das er euch dennoch bekocht hat ist schon toll. Jakob hat deine Küche gestrichen, vielleicht ähnlich wie Marta, ohne abzudecken. 😊 Ob sich alte Muster je auflösen? Alle sicher nicht.

  2. Ines sagt:

    Wow, hat Jakob das Streichen etwas heimlich gemacht, ohne es vorher mit dir zu besprechen? In meiner letzten Wohnung hab ich eine Wand selber grau gestrichen, tatsächlich war ich dabei und danach echt glücklich. Jetzt bin ich auch weniger selbstständig als zu der Zeit.

  3. Beate sagt:

    das ist vielleicht toll von Jakob, dass er die Initiative ergriffen hat und einfach den Pinsel zur Hand genommen hat! was die Selbstständigkeit angeht, weiss ich als Single, dass nichts passiert, wenn ich nicht in die Puschen komme.

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