21-08-12-CoTaBu-Noch einmal+dann nimmermehr – magische Stunden

Ich will zum letzten Mal von meiner Verletzung schreiben; dass mir angedichtet wurde, der Patient sollte binnen zwei Tagen das Hospiz verlassen; dass ich gesagt hätte, die Tochter habe mich getäuscht. Ich habe mich vorgestern entschlossen, die Tochter anzurufen und  – anknüpfend an vertrauensvolle Vorgespräche – zu tun, was mir noch nie eingefallen ist: Ich fragte sie nach ihrer Version (durch den Bruder) und gab ihr mein Ehrenwort, dass diese Worte nicht gefallen sind. Sie entlastete mich, indem sie mir glaubte. Und sie fügte hinzu: ihr Vater habe immer nach Griechenland zurück gewollt; die Familie habe ihm eingeredet, dass es hier besser für ihn sei. Ich fragte sie, ob sie sich an die Passage in unserem Gespräch erinnere, dass wir eine Situation nach ein paar Wochen immer noch einmal bewerten und gegebenenfalls neu einordnen. Sie erinnerte sich. Danach meine Kontaktaufnahme mit Herrn Loth. Auch das geht mir positiv, dabei federleicht nach. – Heute erwartete mich folgende Nachricht im Hospiz: Der Patient sei überglücklich und wohlbehalten in Griechenland angekommen, habe bereits am Flughafen in seiner Muttersprache mit allen Leuten Kontakt aufgenommen und hat bereits die erste Nacht überstanden! – Besonderheit heute: Ich hatte mich – ebenfalls Premiere – mit der Frau eines vor einem halben Jahr bei uns Verstorbenen am Nymphi getroffen. Sie hatte auch vorgestern angerufen, es gehe ihr immer schlechter. Ein tiefes, inspirierendes Gespräch mündete in etwas beinahe Intimes, Freundschaftliches; es fühlte sich an wie der Gang der Jünger nach Emmaus. Ein Zauber lag über dem Park. Die avisierte Zeit außer Acht lassend blieben wir beieinander, bis es „vollendet“ war. Im Wegradeln traf ich Petar, meinen spirituellen jungen „Freund“ aus der Palli. Auf dem kleinen Brücklein aber, auf dem man die Räder parkt, ein kleiner Gedenkort für einen namenlosen Jüngling, Blumen; ein Foto, vielleicht 18-jährig? Wer mag genau an diesem Ort abberufen worden sein?

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2 Antworten

  1. Renate sagt:

    Nach dem Gespräch mit der Tochter und der Arbeit mit dem Hypnotherapeuten scheint es nun gut und rund zu sein. Zwei Aktionen die du vorher noch nie gemacht hast. Manchmal ist es von Wert sich auf neue Pfade zu begeben und siehe da, es war in beiden Fällen gut. Das Foto dieses jungen Verstorbenen habe ich auch gesehen.

  2. Ines sagt:

    Sehr mutig, die Schwester anzurufen und nachzufragen. Dann ist am Ende die Geschichte nicht nur für dich, sondern auch für den alten Griechen gut ausgegangen. Ob sich der Humanisten-Bruder noch mal meldet?

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