21-09-20-CoTaBu-Michis Geburtstag – Hochzeitstag: das schöne Wort JA

Es ist vollbracht. Am Freitag anlässlich Ablegung des Doppelnamens fixierten wir den nächstbesten, „irgendeinen“ Termin „irgendeines“ Abspringers. Heute, zu Michaels Geburtsstunde, 11:45 haben wir uns das Ja-Wort gegeben, meines mit erschreckend tiefer Stimme eher gekrächzt, da es mich kurzfristig zerlegte. Beim Jawort durften wir Masken ablegen. Auch heute wird zuerst der Mann gefragt und darf am Ende die Braut küssen. Michael kam mir einen halben Kopf größer vor. Sein Ja kam fest und klar. Abfahrt nach Rotterdam um einige Stunden verschoben. Jakob hatte noch vorher ein Vorstellungs-gespräch – in diesem Fall zwingend Trauzeugen, die beiden. Für uns zählte die Symbolkraft dieses September: 1. September vor 32 Jahren – mein halbes Leben, Hochzeit mit Peter. Am 24. Simons Geburt. Damals Beate Trauzeugin, bei Simons Geburt dabei. Der 26., Peters Todestag. 25 Jahre: gemeinsame Wege mit Michael. Es MUSSTE jetzt sein. Und es musste mit Beate sein. Sie kannte Simon von Geburt an, Gregor hat ihn mit in den Sarg gebettet – noch einer, der sein musste. So waren wir zu sechst. Vielleicht ist es „von außen“ nicht verständlich, was eine Hochzeit mit Simon und Peter zu tun hat. Für uns war es so. Gestern gingen mir noch die Nerven durch, weil mich all das überrollte: Michael zeigte Anna Fotos, da kam auch unvorbereitet viel Simon vor, was ich ja vermeide. Wir konnten beide nicht mehr schlafen; heute aber ging es ohne Tavor, sondern homöopatisch (Beate unterstütze mich seelisch per Whatsapp ab Herrgottsfrühe, schrieb: lieber Baldrian). Meine Kleiderauswahl von Samstag hat nicht gepasst. Erst, als ich mich mit Röcken, Kleidern, Schals, Ponchos aus meinen Altbeständen eingekleidet hatte war ich ganz ich selber. Michael sagte: Carmen. Ich sage: mehr Gipsy denn Dame. Unsere Standesbeamtin hat ihren Sermon auswendig gesagt, aber sie war wirklich freundlich, hat uns viel direkt angeguckt. Am Schluss gab es sogar ein Gedicht. Eine Ostdeutsche, wie die Aussprache dezent verriet. Ist es diskriminierend zu sagen, dass mir diese Menschen (Schublade?) vielfach freundlicher vorkommen?

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3 Antworten

  1. Renate sagt:

    Das ihr so schnell einen Termin bekommen habt sollte so sein. Es konnte gar nicht anders kommen, als in dem für Euch so besonderen Monat zu heiraten. Es fühlt sich für mich noch sehr fremd an, wie damals als Andrea und Rino, die nach fast 40 Jahren Beziehung geheiratet haben. Auch ihr habt bereits eine stattliche Anzahl von Jahren miteinander verbracht und sehr schwere Zeiten zusammen durchlebt. Nur allzu verständlich dass dein Mann Peter und Simon mit dabei sein mussten.

    • Heike sagt:

      „Beantragt“ haben wir die Bitte um den September vor zweieinhalb Monaten. Und am Freitag hätten sie in aller Gemütsruhe angefangen, ganz schwierig…es klang, als blättere sie schon bald in 2022. Dieses „geht nicht irgendwas, völlig egal was“ kam von uns. „Fällt nicht irgendwer mal aus?“

  2. Ines sagt:

    Der September ist nun um ein Ereignis reicher. Dass es so aufregend war, find ich sehr süß und es zeigt auch, dass es egal in welchem Alter und in welchem Rahmen ein bedeutsamer und lebensverändernder Schritt ist. Ich freue mich auch, dass Jakob und Anna dabei waren und Trauzeugen sind. Und Beate und Gregor natürlich. Ach ja. Sehr schön 🙂

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