Anrufe von Impfmuffeln, Besuch bei Sirena
In meiner Arbeit geht es voran. Für die nächsten Wochen habe ich heute schon einige Termine für Planspiele ausgemacht, auch scheinen Veranstaltungen jetzt wirklich wieder möglich zu sein und ich hoffe sehr, dass das „Pferd bald am Boden liegen wird“, wie sich Janina heute ausdrückte. Sie rief mich am Vormittag an, als ich gerade sehr konzentriert meine Liste auf Fehler untersuchte. Mit dem Spruch meinte sie, bald sei Corona vorbei. Sie wollte mir erzählen, dass sie und ihre Familie bis vor einer Woche Corona hatten, harmlose Verläufe, dass sie erleichtert sind, weil ja nicht impfwillig, jetzt ein Genesenenzertifikat, eine echte Lösung. Am Abend noch ein Anruf zum Thema Corona von Alina. Sie ist auch alles andere als impfwillig, will aber morgen in den saueren Apfel beißen, weil sie das Geld für die vielen Tests nicht ausgeben kann, die sie sonst bräuchte, wenn sie die Räume der Uni betreten will. Ich will von dem Thema langsam nichts mehr hören. Am Abend Besuch bei Sirena und Janni. Janni sehr pubertär schlecht gelaunt, es war trotzdem schön bei den beiden. Wir haben zusammen gegessen. Sirena erzählte, dass sie heute mit einem Kollegen geskypt hat, den ich in meiner Zeit im Gesundheitsministerium auch kannte. Er ließ mich grüßen, worüber ich mich freute. Es war schon eine sehr intensive Zeit da. Jetzt wende ich mich meiner neuen Lektüre zu. Da konnte ich gestern lesen, dass eine Stadt, deren Bewohner nach dem Gau von Tschernobyl evakuiert worden waren, jetzt mit wild wuchernden Pflanzen übersät ist, die Straßen grün, Birken auf Dächern.
Ist das unheimlich mit dem wilden Bewuchs? Gleich müsste man bei Alexejewitsch nachlesen. Den Impfgegegnern geht es schlecht, es wird nicht nur teuer, sondern extrem lästig. Ich kenne aber niemanden, der sich deshlab impfen lässt. Gerade wieder bei Fabian dem Thema ausgewichen. Er war nochmal hier, hat ein Bild von Peter mitgenommen. Mal fehlt der Geldbeutel, dann der Fahhradschlüssel. Es war aber in der halben Stunde gerade recht lustig.
Als Impfmuffel muss man entweder tief in die Tasche greifen oder auf soziales öffentliches Leben verzichten. Schon praktisch, wenn man die Krankheit mit mildem Verlauf durchgemacht hat. Aber wer will das riskieren?