21-10-17-CoTaBu – Architektur, Waldbad+ japanische Hungergeister

Bei pastell-apricot-farbenem Himmel wachgeworden. Wie die Blätter in den Baumkronen leuchten! Meine anderen beiden Postkartenkisten nach Architekturmotiven gesichtet, die erste schon gestern Abend. Gestern vorm Einschlafen endgültig die Auswahl für die Textpassage(n) getroffen. Wer hilft mir, wenn man eines wählen darf, nicht zwei zu nehmen? So war es auch beim Waldbad. Immer, wenn eine Sache gefragt wurde mussten es bei mir zwei sein. Ich komme gar nicht darüber hinweg, dass so Viele dieses Angebot bekommen und so wenige teilnehmen. Wir waren nur zu sechst. Christine H. – empfing uns auf ihrem riesigen Hof, zu dem mehrere Häuser und Scheunen, riesige Wiesen und Felder, auch ein großer Wald gehören. Dreißig Pferden bieten sie Wohn- und Futterraum und Auslauf, soweit das Auge reicht. Hunde, Hühner, Schafe; prächtiges, stattliches Rotwild, ein einziger Hirsch, 32-Ender (Franz-Josef) zuständig für alle Damen. Christine wies uns ein. Wir hatten uns warm anziehen sollen, weil wir in der Langsamkeit auskühlen würden. Schweigend 1/3 des Weges die Aufmerksamkeit aufs Gehör richten; 1/3 aufs Sehen; 1/3 aufs Spüren auf der Haut, evtl. Riechen. Im Wald bewusst durch (ein Tor) ein- und später austreten. Persönliches „Kunstwerk“ anhand eines Rahmens suchen. Gehmeditation. Dann bekam jeder ein Zettelchen mit einem Wort, z.B. „etwas Winziges“ oder „etwas Löchriges“. Sowas sollte man suchen. Versammlungsort: Baumstümpfe im Kreis. Ausklappbare Sitzkissen. Thermoskanne mit Tee aus morgens ausgekochten Fichtenzweigen. Abgesehen von den unerträglich esoterischen F…s, bei denen ich am Ende mein Handy im Auto liegenließ, war es sehr wohltuend. Hinterher gab`s in Christines Kräuteria (sie ist nicht nur Landswirtschafts-, sondern auch Waldbademeisterin, HP Psycho, Kräuterhexe, Aromatherapeutin, Brotbäckerin, Mutter dreier Kinder, bei uns zudem ehrenamtlich im Hospiz!) Kürbissuppe und Kuchen. Leider kam ich nachher in Stess: Wohnung zum Putzen bereit machen, Handy in Milbertshofen abholen und mich dann mit Beate zu „japanischen Geistern und Dämonen“ (HUNGERGEISTER!) treffen in einer Kirche, in der der Wind kälter blies als im Wald.

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4 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Endlich habe ich eine Vorstellung vom Waldbaden. Gibt es wirklich den Beruf Waldbademeisterin? Das ganze Programm hört sich interessant an. Zwei Veranstaltungen an einem Tag mit Wohnung aufräumen zwischendurch ist viel. Die Architektur-Schreibgruppe wird sich jetzt verschieben, aber die Vorbereitung ist ja nicht umsonst.

    • Heike sagt:

      Das mit dem Waldbaden kommt aus dem Japanischen; das hatte ich gehört, noch bevor mich das Japanfieber erwischt hat. Dort eher „Eintauchen in den Wald“. Es ist sicher hier kein Beruf, sondern ein Kurs, etwas wie eine Fortbildung, aber mit „Zertifikat“, wie es so Vieles gibt. Aber eben nicht einfach nur losgehen und „Bäume umarmen“, wie das Zerrbild dargestellt wird.

  2. Renate sagt:

    Da wäre ich gerne dabei gewesen. Achtsam durch den Wald gehen, mit allen Sinnen. Nette Idee mit den Zetteln. Hat B. Keine Geschichte vorgelesen?

  3. Beate sagt:

    Eintauchen in den Wald klingt zauberhaft, klingt nach Erinnerungen an die Kindheit, als der Zauber der Welt noch anders und nicht fern war. Das also wieder erobern, Ein Schatz.

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