21-10-28-CoTaBu-Allgäu-Flitter-WE gecancelt – ein Tag in Lektüren

Heute habe ich unsere „Flittertage“ im Allgäu abgesagt, vor Wochen gebucht. Die Vorstellung, dort herum zu hängen, war doch unerquicklich. Es geht einzig darum, nächste Woche wieder fit anzutreten. Bisher hatte ich immer noch gehofft. Wielang habe ich mit Michael nicht mehr ein paar gemeinsame Tage verbracht?! Seit meinen Ausgehversuchen war ich nur noch hier. Nach Anne Frank habe ich mich heute den diversen Lektüren der spirituellen Hinterlassenschaft meiner Paul-Heyse-Bekanntschaft zugewandt. Manches ist mir zu wissenschaftlich, zu gründlich, zu anstrengend. Ich hatte sie nach Titeln gewählt und lese mich kreuz und quer durchs Angebot, um zu erfassen, was etwas für mich sein könnte. „Gesundheit als geistliche Aufgabe“, Anselm Grün. Etwas für Ines, dachte ich bei Durchsicht? „Mut zum Gewissen“, verheißungsvoll, aber zu theologisch. „Der Augenblick ist mein“: Ignatianische Anleitung zum Beten. Ratzingers mehrbändige Ausgabe: „Jesus von Nazareth“ kann ich nicht aushalten. Wunderschön aber der Anfang: „Zu dem Jesus-Buch, dessen ersten Teil ich hiermit der Öffentlichkeit vorlege, bin ich lange innerlich unterwegs gewesen.“ „Gewiss brauche ich nicht eigens zu sagen, dass dieses Buch….einzig Ausdruck meines persönlichen Suchens nach dem Angesicht des Herrn ist….“ Dann abwechslungshalber Deutschland, ein Wintermärchen durchgelesen. Kein Wunder, dass es verboten wurde, so frech, sarkastisch, aufrührerisch und dabei witzig es ist. – Eben hat Michael mein Telefonat mit Beate mit seinem Einkauf unterbrochen. Was mir nachgeht: Wie oft sprechen wir über schlechtes Gewissen. Wie ist es aber als innere Repräsentanz, als Instrument in der Auseinandersetzung mit einem Allerhöchsten im Ursprung gemeint! Konnte man es derart instrumentalisieren, missbrauchen, was ist mit dem Menschen los, dass er für ein Gewissen, als erzieherisches Druckmittel, so empfänglich ist? Wie könnte eine begriffliche Unterscheidung aussehen?

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3 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Interessante Fragestellung, auf die mir noch keine Antwort einfällt, aber ich werde darüber nachdenken. Schade, dass eure Flittertage entfallen. Die Gesundheit als geistliche Aufgabe würde mich tatsächlich interessieren. Weiter gute Genesung wünsch ich dir. Ich sehe dich inmitten deiner Bücher auf dem Bett halb liegend.

  2. Renate sagt:

    Nicht einmal ein paar Flittertage im Allgäu, diesem wunderschönen Landstrich. Das Thema Gewissen scheint gerade sehr präsent zu sein. Eine Lebensaufgabe!

  3. Beate sagt:

    Ich lese auch sehr gerne in Heinrich Heines Werk. Die Zeit, in der er lebte, war voller Umbrüche und Entwicklung und er war ein überaus genialer Chronist.
    Trotzdem wäre es schön gewesen, Dich im Allgäu zu wissen, schnell genesen, eine Flitterwoche bei herrlichem Herbstwetter. Gute Besserung!

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