21-10-31-CoTaBu- Auferstanden und trübe Gedanken ohne Bilanz

Gestern habe ich mich aufgerappelt. Da haben wir mit Anni den Feldmochiner See umrundet, sie meist im Rollstuhl. Ab und zu schiebt sie selber, fragt dann, ob ich jetzt mal drin sitzen will. Jakob ist gestern wieder für eine Woche nach Rotterdam gefahren. Zu Ines: Er hat seinen Wohnsitz dort und macht hier diese Schulvertretung. Er gibt sich Zeit zu entscheiden, ob er das ausbauen will. Bis jetzt hat er eine oder zwei Wochen bei mir gewohnt, unterbrochen von einem RotterdamWE, dann bei Michael, wo er in dessen Abwesenheit das Haus „versorgt“ hat. Die erste WG hat er sausen lassen, als die Vermieterin den Termin vergeigt hatte. Gestern hat er etwas anderes angeschaut. Dahin wird er für die nächsten Wochen ziehen, mitten in Schwabing. – Vorhin im Bett bin ich einige Menschen durchgegangen, mit denen ich früher Kontakt hatte. In diesem Jahr wäre es beinahe zu einer Wiederaufnahme gekommen z.B. zu Corinna, der Psychiaterin aus Taufkirchen oder zu einer „Freundin“ aus Schulzeit von Jakob, deren Mutter zufälligerweise eine Freundin meiner Mutterfamilie war. Immer mehr überwiegt bei mir die Sorge, „nicht halten zu können, was so ein Treffen verspricht“; gerade Corinna schien sich schon im Voraus einzukrallen, da habe ich dann hochoffiziell einen Rückzieher gemacht. Es fehlt die „natürliche Begegnung“ über Arbeit, Kinder, Interessen. Immer unvertrauter werde ich. Leicht geht es für mich mit den Jungs. Das ist frei von Erwartung und Anstrengung. Man trifft sich sehr vertraut, weiß genau den „Grund“ und geht wieder auf unbestimmte Zeit auseinander. Überhaupt suche ich innerlich bei den Frauen, weil mir die Männer gar nicht einfallen. Bin ich das wirklich oder bin ich einfach „zu verheiratet“? Da hat man das nicht mehr nötig und am Ende steht man allein da? Auf einen Menschen bauen und alles andere vernachlässigen? – Und wieder kapiere ich die Zeitumstellung nicht!

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3 Antworten

  1. Beate sagt:

    Zeitumstellung habe ich jetzt kapiert: im Herbst stellt man die Möbel rein, also zurück, also: eine Stunde zurück auf der Uhr! Im Sommer stellt man die Möbel vors Haus, also vor, also: die Uhr eine Stunde vor! Das mit den Kontakten ist so eine Sache. mit meinen Freund*innen, die fast alle das Gleiche wie ich studiert haben, verbringe ich gerne viel Zeit, weil es immer was zu bereden gibt. Zu früheren Elternkontakten finde ich kaum neuen Anschluss, habe also keine mehr. Und es gibt wenig Wegbegleiter*innen, zu denen der Kontakt sporadisch ist, aber nicht abreißt.Vielleicht sollten wir mal über Freundschaften schreiben?

  2. Ines sagt:

    Deine engen männlichen Freunde (abgesehen vom Ehemann) sind nach meinem Dafürhalten Gregor und Thomas. Die Anzahl der Menschen, mit denen man sich was zu sagen hat, ist begrenzt. Durch die Schreibgruppe und die Peergruppe hast du doch schon eine Anzahl von weiblichen Freundinnen.

  3. Renate sagt:

    Rührend dass die Mutter von Michael dir ihren Rollstuhl anbietet. Soviele Gedanken um das Thema Freundinnen. Mit Freude und Lust jemand treffen, ohne große Erwartungen, oder es besser sein lassen.

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