21-11-21-Albtraum einer jungen Mutter, täglich Testpflicht + bei Jakob
Gestern Vorwarnwhatsapp: Ab heute müssen alle BesucherInnen täglich einen Negativtest mitbringen. Gestern stellte eine Kollegin in die Hospizgruppe eine Petition gegen Impfplicht für Pflegende. Aus 194:000 Unterschriften sollen 200:000 werden. Daumen hoch und pumpende Herzen folgten auf den Fuß, von wem wohl? – Alexandra berichtete, dass ihre ehemalige Babysitterin nach der Entbindung positiv getestet und mit allem, was zu Dammschnitt, Milcheinschuss und Hormonsturz gehört, unverzüglich in ein Isoliertaxi gesteckt und vollkommen auf sich gestellt in zwei Wochen Quarantäne geschickt wurde, ihr Mann in ein anderes Haus; ohne Hebamme, ohne Beratung, mit Essen auf der Treppe durch die Schwiegermutter. Die junge Familie ist jetzt vollkommen traumatisiert zueinander gekommen, repetiert dementsprechend in Endlosschleife den immergleichen Albtraum: Im Traum fuhr jetzt ich oder jemand in so einem Taxi. Es wurde, wegen Infektionsgefahr, kein Wort gesprochen. Oder hatte Alexandra genau das erzählt? – Mein Sturz hing mir nach. Ich nehme Bachblüten und Arnika, das Zittern ist jetzt vorbei. Mit Weh in den Knochen gestern um den Maisi bei leuchtendem Restlaub im Sonnenschein. – Am Samstag Abend haben uns Jakob und Anna köstlich in dieser fabelhaften WG-Wohnung bekocht, Fisch mit lila Kartoffeln und rote-Beete-Gemüse. Jakob hat diese Woche die Wohnung für sich; der andere Bewohner ist verreist. Komfortabel. Zwei Zimmer, 1300 Euro. Letzte Woche war eine junge Frau bei mir wegen ihrer Mutter. Sie wohnt mit ihrem Freund in der Baderstraße für 2000€. Dieser skandalösen Entwicklung wurde jahrzehntelang zugeschaut. Es ist DER soziale Sprengstoff unserer Zeit. Jakob und Anna schlagen Weihnachten zusammen in Rotterdam vor. Annas Mutter hat im ehemaligen Ostblock (darf man das sagen?) andere Sprachen gelernt, kein Englisch oder Französisch. Das kann lustig werden! Aber wir sind frei und versuchen uns. Hier haben wir nichts zu verlieren. Die, mit denen wir einst waren, sind nicht mehr.
was Du von der ehemaligen Babysitterin von Alexandra schreibst, ist ja der Albtraum schlechthin! Die arme Familie, was für ein schlechter Start! Dass Anna’s Mutter kein Englisch kann, wundert mich ein wenig. Inzwischen kann man in Tschechien und Polen sich gut verständigen. Anna kann ja übersetzen. Ich stelle es mir schön vor, wenn Ihr das junge Paar in Rotterdam besucht!
Ja, inzwischen. Aber Annas Mutter dürfte in unserem Alter oder älter sein. Sie ist keine ungebildete Frau, sondern Psychologin. Trotzdem hat sie kein Englisch gelernt. Und natürlich kann Anna übersetzen, Jakob lernt ohnehin fleißig Polnisch…wenn dem nicht so wäre käme ja keiner auf die Idee, ein gemeinsames Weihnachten ins Auge zu fassen.
Darf diese Art von „Werbung“ in der Hospizgruppe sein? Wer die Daumen hochhält ist nicht schwer zu erraten. Diese Mieten sind der absolute Wahnsinn. Russisch statt Englisch, das kenne ich von Martha.
Ich hoffe, die fehlenden Unterschriften kommen nicht zustande. Inzwischen ist die Gesellschaft richtig gespalten. Und die Fronten werden immer verhärteter. Hoffentlich klappt Weihnachten in Rotterdam, das stelle ich mir ganz lustig vor.