21-11-28-CoTaBu- Gestern adventlich, heute architektonisch Schreiben und das Gewissen
Ich bin noch aufgekratzt von gestern, dabei steht das nächste Ereignis schon an. Gestern hatte ich mich beim Zählen vergessen. Wir waren zu fünft beim adventlichen Schreiben. Die Tische fengshuimäßig ungünstig gestellt, die TeilnehmerInnen aber erkannten darin eine Sternform. Jedes Leckerli am Platz auf eigenen Tellerchen, von zu Hause mitgebracht. Den fünften Platz, meinen, habe ich improvisiert, musste regelrecht ein wenig umräumen. Fenster aufreißen nicht vergessen! Die Vorbereitung passte zur Zeit, anstrengend wie lange nicht. Am Ende haben wir nur einen Bruchteil dessen geschafft, was ich in petto hatte. Es ist anders als mit uns, die wir vertraut sind. Im beruflichen Kontext ist die Konstellation nicht konstant, die Abstände riesig und die Dynamik unwägbar. Gestern allerdings war niemand Neuling. Auch kennen wir Vier das Phänomen, dass das Fehlen einer von uns alles verändert oder jemandes Dazukommen einen gravierenden Eingriff in unsere Gruppendynamik bedeutet. Gestern waren wir hinterher rein selig und wirklich eingestimmt, umgestimmt. Eine sagte, vorher habe sie am liebsten in ihre Weihnachtskiste hineintreten wollen. Hinterher Tische desinfiziert, 20 Minuten gelüftet. Dann war alles, als seien wir nie dagewesen. Jetzt ist der Advent da. Wieder rieselt leise, als kleines Geschenk, der Schnee. – Heute fehlt Renate. Dafür kommt Anna. Natürlich fordert es uns eine Anpassungsleistung ab. Ich habe auch gespürt, dass es mich anstrengte, immer nochmal die Frage zu beantworten, wie das läuft bzw. wie wir uns das vorstellen. Mühsam genug: einmal Absage wegen Terminverwirrung, einmal wegen Krankheit. Die Kontakte sollten langsam abebben. Dennoch, Anna ist frisch genesen. Mehr als zusätzlich boostern, uns morgens testen – das mache ich gleich – kann ich nicht aufbieten. Schotten ganz dicht machen will ich diesmal eigentlich nicht. Nachvollziehbare, ausgewählte, wenige Kontakte. Aber das Gewissen schläft nicht.
An was du alles denken musstest gestern. Wart ihr jetzt doch zu fünft? Ist noch ein Überraschungsgast dazugekommen? Das du zuviel vorbereitet hast ist nicht ganz neu. Wie du dich auf jede neue Gruppe einstellst ist erstaunlich. Jede Konstellation erfordert andere „Aufgaben“. Sicher kannst du aus deinem reichhaltigen Repertoire schöpfen, die passende Auswahl musst aber du treffen. Ich wäre an beiden Tagen gerne dabei gewesen.
Kein Überraschungsgast, ich muss vergessen haben, mich selber mitzuzählen.
Wie Du vorbereitest, was Du alles beachten musst, legt nahe, dass so eine Gruppe im beruflichen Kontext wirklich ganz anders fordert als unser vertrautes Kleeblatt (bald fünf- Blatt? – ich fände das schön!). Aber auch für uns denkst Du nach, wühlst in Deinem Fundus, schneidest aus, schnippelst . Und bäckst Leckeres: Gaumen und Lesefreuden garantiert. Nicht zu vergessen unser schöner Austausch!
Danke für die Blumen….!