22-01-03-CoTaBu – Kampfansage ans Papier zur Grundmusik Berufsausstieg

Ich hätte Zeit für Verabredungen. Keine Lust wäre ein zu hartes Wort. Ich mag nicht. Nach gestrigem Fensterputz geht es ans Eingemachte. Das ist allem voran Papier. All das Ausgeschnittene, hier ein Satz, da ein Gedanke, eine Gedichtzeile, ein Hinweis. Ich kann das nicht in den Papierkorb fegen. Es wird nie fertig. Bei aller Unordnung gibt es Dinge, die ich nie verlieren würde, z.B. die Betriebskostenabrechnung für den Steuerberater. Solche Dinge haben bei mir sogar einen Ordner; bevor die dahin wandern lagern sie an definierten Orten zwischen. Sie bleibt verschwunden. Habe ich sie bereits letztes Jahr beim Steuerberater gelassen? Die Frage wartet auf ihn nach seinem Urlaub. Vorerst bei der Hausverwaltung eine Kopie erbeten. Ewigkeiten mit einer vergeblichen Überweisung vergeudet. Nach langem Hin und Her hab ich es mit Michaels Chiptangenerator versucht, ging auch nicht. Anruf mit Warteschleifen, wenn…dann drücken Sie…herausgefunden, dass die DKB heute ganztags Anrufe von Leuten mit neuer EC-Karte hat, mit der der alte Chiptangenerator nicht mehr funktioniert. Warum sagen sie es nicht gleich?! So verstrich mein Tag immer mit der Grundmusik, dass etwas dem Ende zugeht. Frühmorgens habe ich ein wenig (ziellos oder gerade das Gegenteil, eigentlich doch ziemlich gezielt?) mögliche Ehrenämter innerhalb eines auf mich zugeschnittenen Spektrums gegoogelt, Profile bestimmter Träger, die mich interessieren. Dachte an die Vielen, die bei mir anrufen mit genau diesem Ansinnen. Das ist ein sensibles Thema, auf das ich reagiere wie auf unliebsamen Rat. Ich möchte weder ermutigt werden, noch gesagt bekommen, ich soll doch erstmal dies und das oder gar nichts; ich dokumentiere nur den inneren Prozess, die sich vollzieht und den ich interessiert beobachte – ergebnisoffen. Wenig geschlummert, wenig Else gelesen. Morgen gehe ich – ungewohnt – mit Michael in „Sehnsucht Japan“. Das endet am Sonntag.

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3 Antworten

  1. Renate sagt:

    Chiptangenerator! Was für ein Wort. So was gibt es bei meiner Bank nicht. Erst Koordinatorin der Ehrenamtlichen, dann selbst Ehrenamtliche. Dieser Seitenwechsel nicht ganz einfach. Noch ist es nicht so weit.

  2. Ines sagt:

    So ärgerlich, wenn man die Zeit mit einer nicht gelingenden Überweisung vergeudet. In der Zeit hätte man auch wie früher zum Bankschalter gehen können. Papiere aufräumen ist fast schwerer als Gegenstände aufräumen. Alles nochmal lesen und überlegen, wo man es ablegt oder ob in Papiermüll. Viele Abrechnungen kommen jetzt nur noch elektronisch. Vielleicht war das bei der Betriebskostenabrechnung auch so.

  3. Beate sagt:

    ich ertrinke auch regelmäßig in Papierbergen. Da kommen dann noch- wie bei Dir auch- die kostbaren Zeitungsartikel hinzu, die auf keinem Fall weggeworfen werden dürfen …Vielleicht ist es mit den Ehrenämtern wie mit den Männern: Wir sollten sie nicht suchen, denn sie kommen auf uns zu!

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