22-01-13-CoTaBu-Dank Loth und „ES“ ein ruhiges Herz trotz Enttäuschung
Herr Loth weiß um die Verbindung, aber er ist nicht der Mann, dem ich viel zu seinem Verständnis erzähle. Er „macht“ eigentlich gar nichts. Er hört zu, wiederholt manches, lacht versonnen. Seine Wiederholungen wirken auf mich wie Fragen, wie Träume. Jetzt berichte ich, was ich auf sein Konto verbuche. Jeder weiß, dass ich mich ausgiebig aufregen kann. Gestern also kam Therese. Ich war angespannt. Habe als Ort die Küche im 3. Stock vorgeschlagen; Tapetenwechsel mit Kaffee; hab was Süßes angeboten. Sagte: „Oder wollen wir gleich in den Ring steigen?“ Habe das Gespräch einer Eingebung folgend so eröffnet: „Also Therese, sag, was passiert ist, dass du dich so schlecht benimmst?“ Damit war offen gesprochen, aber nicht wirklich das Messer gezückt. Sie verspann sich, warum sie an Weihnachten nicht mehr gekommen war. Mein Thema war, dass sie monatelang auf nichts reagiert und beim Vorvorgesetzen geleugnet hat, über meinen Rentenplan bescheid zu wissen. Statt immer wieder darauf zu beharren und Recht behalten zu wollen geschah das „Andere“, für mich ganz Untypische. Ich konnte es sagen und dann lassen. Ich MUSSTE nicht beharren, bis sie alles zugab. Das Entscheidende aber: Meine Nachfolgerin, die nach Abmachungen zwischen mir und Gregor auch den Bereich Koordination, Einsatzleitung, Praxisbegleitung der Ehrenamtlichen übernehmen soll wird dies laut Therese nicht tun. Gregor habe ihr ZUGESAGT, dass eine aus dem Ambulanten Hospiz (evtl. sie selber) hospitieren (und den Bereich extern übernehmen?) wird. Es ist also leider wieder eine krasse Doppelzüngigkeit seinerseits. Statt einen Herzkasper zu bekommen oder auf die Barrikaden zu gehen blieb ich seelenruhig und sagte, dies entspreche nicht unseren internen Plänen. Insofern gäbe ich den Ball an sie und ihn. Ich hielte es für falsch, nicht machbar und riete davon dringend ab. Aber es sei dann nicht mehr meine Sache. Es wird m.E. den Ehrenamtlichen nicht gefallen und der Sache schaden. Mich beschlich noch die Idee, dass es vielleicht funktionieren könnte, auch wenn ich es mir nicht vorstellen kann. Aber dass ich mich NICHT AUFREGE – das bin quasi gar nicht ich. Ganz wichtig in diesem Zusammenhang: Bei Herrn Loth hatte ich etwas vorangestellt, was er mehrfach freundlich wiederholt hatte, nämlich den Satz: Ich möchte eines Tages ruhigen Herzens diesen Ort verlassen. Und ich wollte mein ES dazu aktivieren. Gestern habe ich ein ruhiges Herz bewahrt.
Du bist sehr lange mit Groll, Frust und deiner Wut auf Sr. Therese befasst gewesen, kann deine Gelassenheit auch damit zusammenhängen? Wie die Aufteilung klappt wird sich zeigen, dich aber nicht mehr tangieren. Vielleicht ist deine Nachfolgerin froh, nicht auch noch das Ehrenamt zu betreuen. Wer weiß?
Hervorragend, Heike, wie du das Gespräch gemeistert hast. Schon die Einleitung war perfekt. Und dann die Ruhe bewahrt. Ich bin sehr beeindruckt.
Oh es war sicher eine Meisterleistung, wie Du die Ruhe bewahrt hast. Es ist ein großer Spagat zu sehen, dass die neue Struktur nicht wirklich gut gelingen wird. „Ich möchte eines Tages diesen Ort ruhigen Herzens verlassen“: Dieser Satz ist wohl die Kernbotschaft, die ausdrückt: ich habe mit all meinen seelischen und mentalen Kräften an diesem Ort gearbeitet und es ist nicht egal, wie es weitergeht! vielleicht kommt ja die Einsicht, die Du angestoßen hast!